Vorgestern bestellt, heute da: Das "Upgrade" für einen hier arbeitenden, in die Tage gekommenen Mac (G4 "Elefantenfuß" - Interessenten: melden! :) ). Der erste Eindruck war - naja... - merkwürdig: Vor fünf Jahren hätte in die Schachtel des Mac Mini ein externer Brenner gepasst. Höchstens. Das Volumen des Rechners dürfte in etwa der EeeBox u.ä. Geräten entsprechen, ist aber anders dimensioniert. Im Gegensatz zu vergleichbaren Rechnern ist im Gehäuse ein DVD-Brenner integriert. Die Betriebsgeräusche sind, von dem CD-Laufwerk abgesehen, erfreulich leise. Alles in allem macht der Mac Mini einen soliden, runden Eindruck - und verspricht dabei, Energie erheblich effizienter zu nutzen als "normale" Desktop-PC.
"Auspacken, einschalten, loslegen". Dieses (sinngemäß wiedergegebene) Versprechen konnte der Mac Mini weitgehend erfüllen. Der vorinstallierte und als DVD beiliegende "Snow Leopard" setzt bzgl. der Benutzerführung und Bedienbarkeit gute Traditionen der Vorgänger fort. Die vorinstallierte Software läuft flüssig. Persönlich fehlen mir bei OSX seit jeher Möglichkeiten zur einfachen Anpassung an persönlichen Geschmack und Anforderungen, insbesondere eben, was das "Look 'n' Feel" betrifft. Andere Desktops (Gnome, KDE) bieten hier erheblich mehr - insgesamt ist das Arbeiten am Mac aber ähnlich angenehm.
Wer einen platz- und energiesparenden Einstieg in die Macwelt sucht, dürfte mit diesem Apple-untypisch günstigen Gerät richtig liegen, kann sich die an 5 fehlenden Sterne dazu denken und das Lesen hier beenden.
Wer allerdings das Gerät als Ersatz für ein älteres Modell erwerben will, sollte sich vorab über die möglichen Folgekosten informieren - und dabei nicht unbedingt nur die Hersteller-Website zu Rate ziehen. Das "Rosetta"-Versprechen (apple.com/rosetta), die "meiste" Software aus PPC-Tagen weiterverwenden zu können, konnte Apple mir gegenüber nicht einhalten. Die im "Leopard" weggefallene Classic-Umgebung verschärft das Problem weiter: Die Kosten eines Rechnerwechsels können sich durch notwendige Lizenz-Updates schnell im oberen vierstelligen Bereich ansiedeln. Diesbezügliche Hinweise sind bei Apple für meinen Geschmack viel zu dünn gesät. Selbstverständlich ist es auch nicht möglich, ein vor nicht allzu langer Zeit separat erworbenes OSX 10.4 "Tiger" auf diesem Gerät zu installieren ("Computer wird nicht unterstützt"), um der Softwarefalle per Downgrade zu entrinnen.
An dieser Stelle wäre der Mini dann eigentlich auch schon auf dem Rückweg zu Amazon.
Ja, wenn man nicht durch jahrelange Investitionen schon zu eng an die Plattform gebunden wäre. Lösungsansätze für die dargestellte Problematik, die zwar nicht im Einklang mit Apples EULA, dafür aber mit dem deutschen Recht stehen, finden sich glücklicherweise im Internet - das Problem ist also durchaus auch verbreitet. Da Apple ja nicht Discount-Marke sein will, sollte man als Kunde die Bereitstellung von Abhilfen durch den Hersteller erwarten können. Apropos: Den (kostenpflichtigen) Support fand ich bisher noch nie zufriedenstellend. Bei Problemen rund um den Mac kam der bessere (im Sinne von schnellere und qualifiziertere) Rat ausnahmslos von Dr. Google. Hoffentlich schließt Apple diese seine Versorgungslücken, irgendwann.
Ich hätte lieber nur gelobt. Und 5 Sterne gegeben.
Ehrlich.
Übrigens befindet sich, entgegen Apples eigener Darstellung (support.apple.com/kb/HT2525?viewlocale=de_DE), kein DVI-auf-VGA-Adapter im Mac Mini-Lieferumfang. Der Anschluß eines VGA-Bildschirms ist im Auslieferungszustand also nicht möglich. Der notwendige Adapter wird hier separat angeboten, das Originalteil liegt um die 23,- ¤. Allerdings passt der Original-Adapter bei mir nicht wirklich in die Buchse. Der Sitz ist bestenfalls wacklig.