Wenn die altehrwürdige New York Times über Dirk Darmstaedter bemerkt, er sei einer von Deutschlands "underground pop heroes" trifft dies unzweifelhaft zu. Denn was der mittlerweile 46-jährige Ex-Frontmann der Jeremy Days in den letzten Jahren musikalisch abgeliefert hat, ist wahrlich hervorragend - eine Fusion aus Singer/Songwriter, Pop und Folk, die mit dem mittlerweile vierten Album des Projekts "Me & Cassity" sicherlich einen weiteren Höhepunkt seines musikalischen Schaffens markiert. Das Album "Appearances" hat daher auch kaum noch Luft nach oben, es ist nahezu perfekt und gehört daher zu den wenigen Produktionen, die man von hinten bis vorne durchhören kann, ohne nur einmal daran zu denken, die Skip-Taste zu bemühen. Da hört man Bob Dylan genauso heraus wie die entspannten Sixties-Klänge der Beach Boys, da trifft Burt Bacharach auf relaxten Countrypop und irgendwie geht alles in Hand in Hand - selbstverständlich, harmonisch, rundum passend, so, als sei es nie anders gewesen. Dazu lauscht man keinen 0815-Texten, sondern intelligenten, manchmal bösen Worten, wie z.B. in "This Side Of Tomorrow", in der frech mit der Ex abgerechnet wird. Alles in allem also ein wirklich tolles Album, das derzeit bei mir hoch und runter läuft und immer wieder Neues entdecken lässt.
Wer sich an dieses Werk herantasten möchte, dem sei der Titel "Fred Astaire" ans Herz gelegt. Wer danach von "Appearances" nicht angefixt sein sollte, dem ist - bei allem Respekt - nicht zu helfen.