Aus der Amazon.de-Redaktion
20 Jahre jung ist die norwegische Songwriterin Maria Mena. Doch Apparently Unaffected ist bereits ihr drittes Album. Auch diesmal arbeitete sie wieder mit dem Produzenten und Songwriter Arvid Solvag zusammen, der ihr bereits seit dem Begin ihrer Karriere in kreativen Fragen zur Seite steht. Auf den ersten Blick hat sich also im Vergleich zum Vorgängerwerk Mellow bzw. dessen internationaler, um Songs aus dem Debüt Another Phase (2002) ergänzten, Variante White Turns Blue, nicht besonders viel geändert. Und doch markiert die Platte, die bereits Ende 2005 in ihrem Heimatland veröffentlicht wurde, einen künstlerischen Wendepunkt in ihrer Karriere. Maria Mena ist im besten Sinn des Wortes Erwachsene geworden und präsentiert ihr bisher reifstes Album, auf dem sie gekonnt zwischen Pop, Folk und Soul pendelt. Waren die ersten beiden Longplayer noch von einer gewissen Unsicherheit geprägt, wohin die Reise musikalisch wirklich gehen sollte, so nimmt sie auf Apparently Unaffected die Zügel selbst in die Hand und begeistert mit introvertierten, von sanften Piano-Klängen ummantelten Balladen wie "If You'll Stay In My Past", das gleich in drei Teilen auf dem Album vertreten ist, ebenso wie mit herzzerreißenden Midtempo-Hymnen wie "He's Hurting Me". Weitere Höhepunkte sind zudem das harmonisch äußerst reizvoll in Szene gesetzte "Long Time Coming", der wohl beste Song des ganzen Longplayers, sowie das überraschend funkige "These Shoes", bei dem Maria Mena die ganze Bandbreite ihrer Stimme einsetzen kann. In dieser Hinsicht sammelt sie auch bei dem mit gefühlvollen Streicher-Sounds veredelten "Our Battles" dicke Pluspunkte. Man hört den zwölf Songs an, über welche Erfahrung die Sängerin bereits verfügt. Da sitzt jeder Ton, ohne das dabei auf Überraschungseffekte verzichtet wird. --Norbert Schiegl
Wenn Maria Mena so durch den Song "Bottle of Wine" stolpert, haftet dem zweifelsohne etwas Besonderes an. Aber was? Ihre Stimme kann es nicht sein. Die 21-jährige Norwegerin singt nicht nur, als ob sie es nie gelernt hätte; sie singt, als ob sie noch nie jemand Anderen singen gehört hätte. Aber vielleicht ist es genau das, was die Intimität und Nähe ihrer Lieder ausmacht. "Apparently unaffected" konzentriert sich über weite Strecken auf die sanften Töne. Doch trotz Menas reizender Kindlichkeit und Unverstelltheit bleibt das dritte Album der jungen Frau, die in ihrer Heimat bereits mit 15 berühmt wurde, auch ein wenig belanglos. Nach mehreren Songs wirkt die auf dem Tablett gereichte Naivität nicht mehr betörend, sondern kalkuliert - zumal Maria Mena große Melodien mit Wiedererkennungswert fehlen. (kab)