Kommt ja nicht alle Tage vor, dass ein Musiktitel auf Anhieb gefällt. Denn als ich mal einen Titel des Albums "Apparently Unaffected" im CD-Ladenfunk hörte, fiel er mir sofort auf. Ich glaube es war der Ohrwurm "Just Hold Me". "Wer ist das?" fragte ich die Verkäuferin, die mir bereitwillig Auskunft gab: "Maria Mena"; "Wer?" kenn ich nicht. Ich ließ mir eine CD geben und hörte rein. Kommt ja nicht alle Tage vor, dass einem jeder Musiktitel auf einer CD auf Anhieb gefällt; aber hier war das sofort so. Nur der Preis regte mich auf, jenerzeit: 17,49! Ich kaufe nie CDs oder DVDs über 15 Eusen, da bin ich wie ein Bauer. Man hat halt seine Prinzipien, und außerdem kann man so vielleicht etwas gegen den wachsenden Reichtum tun. Deshalb kaufte ich sie lieber hier von anderen Anbietern.
"Apparently Unaffected" gefällt mir nachträglich besser als Maria Menas voriges Album "White Turns Blue", das zwar hitradiomäßig mehr her macht und insgesamt lauter und rhythmischer ist, aber dafür eben die differenzierten und leisen Töne fehlen lässt.
Es ist nicht gerade viel Musik auf der Scheibe, aber dafür gute Musik; Klasse statt Masse. Manche Titel erinnern mich ein wenig an Rebecca Pidgeons Album "Raven". Allerdings ist Rebecca künstlerisch - vorerst - doch weit anspruchsvoller. Und auch sonst habe ich hier und da das Gefühl, dass aus der großen weiten Welt der Musik der eine oder andere Stil Pate gestanden hat. Aber wie auch immer, das Ergebnis ist ein durch und durch interessantes Album, das nicht einen Moment langweilt. Menas feinleinene Stimme steht in reizvollem Kontrast zu den weitgehend sanften und melodischen Titeln des Albums - wie auch zu ihrer zierlichen Erscheinung auf dem Cover. Und als wollte sie dem Lieben und Gefälligen dennoch deutlichere Akzente gegenüber setzen, überraschen das entzückend alberne: "Boytoy Baby", und auch "Long Time Coming" oder "These Shoes" mit krachigeren Rhythmen bzw. etwas mehr Schrägen. "Apparently Unaffected" hört man sich einfach nicht über und ich lege es - nur zum Vergleich - genau so gern auf wie "Come Away With Me" von Norah Jones, und das will etwas heißen, denn Norah ist unglaublich! Ohne Zweifel: Ich bin noch immer verliebt in Maria Mena. Kommt auch nicht alle Tage vor.