Wie auch zwei Jahre später "Zoot Allures" gilt Apostrophe' als ein Zappa-Solowerk - also ohne die bis 1975 auf Alben immer mit genannten Mothers. Das bedeutet aber im Grunde nichts. Denn die Mitmusiker sind zu jener Zeit immer wieder die selben (Ruth Underwood, Tom Fowler, George Duke...), die Songs dieser Phase tauchen in allen Kontexten und über die Jahre hinweg immer wieder auf, und Zappa ist schließlich niemals ohne Band aufgetreten. Nach seiner Rollstuhl-Zwangspause war er ohnehin ständig unterwegs, nahm zwischendurch Platten auf oder bearbeitete die Livebänder ebenjener Tourneen. Zappa in den 70ern, das ist fast schon Mainstream (gemessen an Verkaufszahlen, Bekanntheit und stilistischer Sicherheit). Doch Achtung! Der Mainstream von 1974 ist ein anderer als der von heute...
Man ist schnell fertig mit dieser Platte. Nicht nur weil sie so kurz ist, sondern weil schon so viel darüber gesagt wurde. Sie gehört in die 1973-1975er Schaffensphase, die man spröde und grob als rock-jazzig oder progressive bezeichnen könnte - wenn das auch nicht so leicht hinhaut. Zusammen "Overnite Sensation", "One Size Fits All" und dem grandiosen "Roxy and Elsewhere" ist "Apostrohe'" zu sehen. Diese LPs sind es auch - oder waren es - die Zappas Ansehen in der Rock- und Jazz-Kritik steigen ließen. Er gehörte damals, so erzählte man mir Jungspund, ins studentisch-aufgeklärte Plattenregal und in die Konzerthallen neben King Crimson, Pink Floyd, Yes und Genesis. Zappa war jedoch der Verrückteste, Seltsamste Umstrittenste von allen. Insofern, irgendwie gehört das Album zu den Klassikern. Und Klassiker sind immer gute Einstiegsplatten. Wer eine der Platten dieser Periode nicht mag, kann Zappa für sich abhaken.
Apostrophe enthält mit Songs wie "Stinkfoot", "Cosmik Debris" und natürlich der 4teiligen "Yellow Snow"-Suite fast ausschließlich spätere Konzert- und Fanfavoriten. Der Stil ist im weitesten Sinne dem Bluesrock verschrieben - wenn man schon eine Kategorie bemühen will. Und sogar Bass-legende Jack Bruce ist dabei: er zupft den 4-Saiter auf dem Titelstück.