"Apokalypsen der Urzeit" oder im Original "Animal Armageddon" ist eine Miniserie von 2009, die versucht, bestimmte große Aussterbeereignisse in der Geschichte des Lebens auf der Erde als Dokumentation dem Zuschauer zu vermitteln. Hierbei wird jedes Ereignis in etwa 45 Minuten abgehandelt, bei den großen Sterben am Ende der Kreidezeit sind es gleich 2 Teile, die sich der Sache widmen. Dabei werden dem Zuschauer Ereignisse und Theorien vorgestellt, mit denen die meisten nicht oder nur spärlich vertraut sein dürften. Der grundlegende Gedanke und die allgemeine Ausführung machen die Serie für Laien auf diesem Gebiet interessant, insbesondere wenn sie primär an neuen Informationen und Erklärungen interessiert sind.
Wie bei jeder Dokumentation heute, die sich mit der Erdgeschichte beschäftigt, dürfen Animationen der Tiere und Lebensräume natürlich nicht fehlen. Und hier liegt eines der großen Probleme dieser Serie - das fehlende Budget. Anders ist das fertige Produkt nicht erklärbar. Wie schon bei der Dokumentation "Säugetiere gegen Dinosaurier" sind die Animationen, welche häufig und im großen Masse verwendet werden, sehr schlecht! Ein Vergleich mit den BBC Dokumentationen verbietet sich eigentlich von vornherein, da selbst die ersten, 1999 abgedrehten Teile, dieser 2009er Produktion um Längen vorraus sind. Sowohl die Bewegungsanimationen der Tiere, Closeups der Saurier, Landschaftshintergründe oder Asteroideneinschläge haben etwas zutiefst künstliches bzw unnatürliches! Fairer Weise muss man sagen - es finden sich auch vereinzelt Szenen (Lebewelt des Ordoviziums Unterwasser, Asteroideneinschlag vom Mond aus gesehen) die wirken richtig gut. Sie sind aber nur untergeordnet vorhanden und fallen deswegen fast als Fremdkörper zwischen all den groben Polygonen und schlechten Bodentexturen auf.
Stellt sich die Frage - ist der Punkt den so wichtig? Wer allein auf die Informationen zu den jeweiligen Ereignissen aus ist, kann das getrost ignorieren. Aber die Serie beruht eben großteils auf den "dramatisch" dargestellten Weltuntergängen und wird nicht müde, das immer wieder zu animieren und darzustellen. Nur eben nicht überzeugend! Die gebotene CGI ist für heutige Ansprüche und Möglichkeiten absolut inakzeptabel!
Weitere Ärgernisse sind teilweise die dramaturgischen Darstellungen beim Kampf ums Überleben - da springt z.Bsp. ein kleiner Raubsaurier den riesen Hadrosaurier an und der fällt sofort um gefressen zu werden. Langweiliger und unglaubwürdiger ist das nur schwer zu machen. Es findet sich auch die neue Mode (perfektioniert in "Jurassic Fight Club") Globen und Tiere in einer rotierenden 3D-Sicht darzustellen, wobei sich im Bild noch mehrere kleine Anzeigen mit irgendwelchen EKG Linien befinden. So wird dem unbedarften Zuschauer vermeintliche Informationen vorgetäuscht, die es nicht gibt. Dieses Wichtig machen ohne Substanz ist extrem nervig und untergräbt natürlich alle anderen Bemühungen. Hinzu kommt die teilweise unerträglich theatralische Rhetorik, mit der hier der jeweilige Weltuntergnag beschrieben wird.
Schließlich sind die vorgestellten Theorien für die Aussterbeereignisse auch sehr spekulativ und selektiv. Es werden immer die extremsten Theorien als die eine wahre Ursache präsentiert. Das es für die meisten Szenarien auch andere Erklärungen gibt, wird vorsorglich unterschlagen. Es ist ja dramaturgisch verständlich, das man hierbei die ausgefallneren Ursachen den allgemeinen Klimaveränderungen vorzieht - ein Gammablitz ist schon eindrucksvoller (also wäre es wenn er ordentlich animiert wäre) als eine einfache Abkühlung oder Erwärmung, die immer wieder Auftritt. So sorgen verschiedene Apokalypsen dafür, das dem Zuschauer nicht langweilig wird und er immer wieder was Neues geboten bekommt. Das unbedarfte Zuschauer so jedoch ein teilweise falsches Bild bekommen ist der Nachteil dieser Herangehensweise.
Allgemein besitzt diese Dokumentation eine interessante Grundidee und bietet Außenstehenden einen interessanten und sicher auch überraschenden Blick auf wiederholte Massensterbeereignisse in der Erdgeschichte. Dies wird jedoch durch eine dramaturgische Fokusierung auf möglichst abwechslungsreiche Spielarten der Apokalypse, teils sinnfreie Datenpräsentationen und schwülstige Untergangsrethorik sowie eine überwiegend inakzeptable Animation wieder gemindert. Wer jedoch besonders über den letzten Kritikpunkt hinwegsehen kann, dem bietet die Serie eine Fülle an Informationen und der kann sich die DVDs getrost zulegen.