Vor ein paar Tagen habe ich 2012" im Kino gesehen. Es war wie so oft bei Emmerich, die Visual Effects sind grandios, über die Story kann man streiten; einige Dialoge waren zum Gruseln, aber die Handlung ist bei Filmen dieser Art ohnehin zweitrangig. Spannender fand ich da schon die Hinweise, dass Emmerich an Vorstellungen der Maya anknüpft, die angeblich für 2012 wirklich das Ende der Welt prophezeit haben. Als ich den Suchbegriff hier eingegeben habe, hätte es mich fast vom Stuhl gehauen, so viele Treffer gab es. Die Kurztexte haben mir dann schon die Auswahl erleichtert, denn vieles liest sich so absurd, dass man keine Lust auf mehr hat - eine große Zahl der Bücher scheint 2012 zum Anlass zu nehmen, um esoterisch-religiöse Heilslehren zu verbraten, die ich mehr als über habe. Was die Mayas mit Yoga zu tun haben, verstehe wer will; und dass die Erde fröhlich untergeht, um anschließend den Überlebenden das Goldene Zeitalter der Erleuchteten zu bescheren, ist m. E. völlig gaga; außerdem hab ich sowas schon mal bei Uriella gelesen.
Dass ich schließlich Apokalypse 2012" gekauft habe, lag auch daran, dass Emmerich den Autoren ein Interview zu seinem Film gegeben hat. Was er da sagt, sollte die Leute eigentlich beruhigen, die jetzt in Panik verfallen - es ist ein Film, nicht mehr! Aber auch unabhängig von Emmerich ist das Buch sehr empfehlenswert. Die Autoren stellen die verschiedenen Theorien dar, die es zu den angeblichen Prophezeiungen der Maya gibt und machen klar, dass die nirgendwo für den 21. Dezember 2012 den Untergang vorhergesagt haben; an diesem Tag endet einfach ein Zeitalter und es beginnt ein neues. Basta! Trotzdem sieht es so aus, als hätten die Maya für Ende 2012 eine Konstellation am Himmel vorausgesehen, die tatsächlich eintritt oder eintreten könnte. Das ist schon faszinierend. Ebenso wie die Theorie der Erdkrustenverschiebung von Charles Hapgood, die in Emmerichs Film eine Rolle spielt. Diese Theorie wird im Buch ausführlich besprochen, genauso wie Überlegungen von Graham Hancock, der sich auf Hapgood bezogen hat. Dass so etwas passieren kann, ist nicht ausgeschlossen, aber dass es nun ausgerechnet 2012 passieren soll, haben zumindest die Mayas nie behauptet.
Neben diesen naturwissenschaftlichen" Theorien besprechen die Autoren auch die vielen esoterischen Ideen, und man liest aus der Darstellung deutlich raus, dass sie die meisten dieser Bücher für unsinnig halten. In einem Kapitel geben sie eine kurze Darstellung der Maya und ihrer Kultur, die für Neulinge auf diesem Gebiet interessant und hilfreich ist. Und schließlich wird das Ganze eingebettet in eine Diskussion über Ursachen und Wirkungen von Naturkatastrophen vor allem der letzten Jahre und die umweltpolitischen Konsequenzen, die daraus gezogen werden. Oder auch nicht gezogen werden. Das alles ist ziemlich spannend, auch wenn man den Film nicht gesehen hat.