„Apocalyptica" ist das bisher wohl facettenreichste Album der Cello-Rocker.
Zwar sind neue Elemente in den Sound der Finnen eingeflossen, z.B. der Gesang, aber trotzdem muss man auf die unglaublichen Cello-Klänge nicht verzichten.
Die 11 Songs präsentieren sich in unterschiedlichster Weise, mal in klassischer Metal-Art, mal getragen, mal treibend.
Life Burns!: Bei diesem Stück, das agressiv klingt und vom Sound her eher auf E-Gitarren als auf Cellos schließen lässt, wurde „The Rasmus"-Sänger Lauri für die Vocals engagiert. Überrascht und rockt.
Quutamo: Absolut rastlos, treibend, energiegeladen, mit einer wunderbaren Melodie.
Bittersweet: Dies schon als Single veröffentlichte Stück wurde auf diesem Album um einen kurzen Instrumental-Part erweitert. Was soll man noch mehr dazu sagen? Beim Refrain scheint die Welt unterzugehen...
Farewell: Düster, melancholisch, geisterhaft. Eine Melodie, die gespenstisch klingt. Das richtige Lied für graue Morgenstunden nach einer langen Nacht, in denen man auf das erste Licht des Tages wartet.
Ruska: Anfangs eine Piano-Melodie, die sich durch das ganze Stück zieht. Eine unendlich traurige Cello-Melodie lässt Bilder vorm geistigen Auge entstehen. Weites Land, karger Fels, Nadelwälder im Nebel, Sternenhimmel.
En Vie / How Far / Wie weit: Für die drei auf der Special Edition (bzw. auf der Single „Wie weit") enthaltenen Versionen des Liedes „Quutamo" wurden die französische Sängerin Emmanuelle Monet sowie die Sängerin der Band „Die Happy", Marta Jandová, verpflichtet. Alle drei Versionen sind absolut hörenswert.
Auch das Design von „Apocalyptica" ist erstklassik. Sehr stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen und Fotos der Bandmitglieder setzen den Sound des Albums wunderbar um.
Zur Special Edition sei gesagt, dass sie in einem schicken Pappschuber verpackt ist und neben den drei Gesangs-Versionen von „Quutamo" auch den Apocalyptica-Player (den man allerdings schon von der „Bittersweet"-Single kennt) enthält, mit dem man sich das Video zu „Bittersweet" und ein gut 4-minütiges Interview über das neue Album anschauen kann.
Alles in Allem ein wunderbares Album, das sehr abwechslungsreich daherkommt und einen mitreisst. Vielleicht auch für Einsteiger in die Musik von Apocalyptica eine gute Wahl, da es sicherlich zugänglicher ist als die früheren Alben.