Der Roman "Apocalyptica" schließt den Kreis um die lang angelegte Geschichte im Erzählspiel Engel. Und es fällt schwer, ihn korrekt zu bewerten, wegen der Umstände, wie er entstanden ist. Der Leser und Fan weiß, dass die Reihe nicht den kommerziellen Erfolg hatte, den sie haben sollte. Trotzdem sollte der Erzählfaden endlich zu einem befriedigenden Ende gesponnen werden. Leider ist dies lediglich in einem kurzen Roman erfolgt, wodurch viele Informationen stark zusammengerafft auf wenigen Seiten dargelegt werden mussten. Nur wer sich durch die vorherigen Romane gelesen hat, wird verstehen, welche einzelnen Geschichten hier zu Ende erzählt werden.
Oliver Graute versucht, das Ende der Welt der Engel, wie sie im Grundregelwerk beschrieben ist, so gut wie möglich zu beschreiben. Die Geschichte packt den Leser, denn es passieren weltbewegende Ereignisse, mächtige Charaktere treten auf, sterben oder entscheiden sich, neu entdeckte Wahrheiten zu offenbaren. Leider ist dies alles sehr dicht gedrängt, so dass man sich tief im Universum der Erzählspiels auskennen muss, um alle Details wiederzuerkennen. Trotzdem gibt es für den Fan ein kleines Trostpflaster, nämlich einige Zeitungsausschnitte aus der Vergangenheit, die ein wenig Licht in die Entstehung der Himmelstürme bringen. Doch es bleiben viele Fragen offen, denn es wird nicht erklärt, was die Fegefeuer entstehen ließ, was der Herr der Fliegen eigentlich ist und ob sich alles mit Technik erklären lässt. Für den Spieler bereitet dieser Roman eine neue Welt, gereinigt von einigen alten Lügen und Widersachern, die sich aufzubauen lohnt. Schade nur, dass alles so schnell und, in gewisser Hinsicht, so unwürdig enden muss.
Ein Ende, von den Ereignissen zufrieden stellend, von der Präsentation her enttäuschend.