Totgesagte leben länger? Tja, diese abgedroschene Phrase trifft bei Evocation tatsächlich zu. Die Band gehörte Anfang der 90er Jahre zu den großen Hoffnungen des schwedischen Death Metals, kam aber nie über den Demostatus hinaus; bis sie 2007 überraschenderweise ein Album auf den Markt warfen, ein weiteres sollte 2008 folgen. "Apocalyptic" ist nun Album Nummer drei, und man hört noch heute, warum diese Band damals so hoch gehandelt wurde. Der Sound ist druckvoll und dabei aber immer noch roh, wie man es von damaligen guten Sunlight-Produktionen gewohnt ist. Bei den Songs regiert natürlich in erster Linie Old-School-Schwedentod, wobei Evocation sich nicht scheuen, etliche melodische Parts einzuflechten, wodurch ihre Lieder an manchen Stellen direkt als Melodic Death durchgehen könnten. "Apocalyptic" ist ein verhältnismäßig abwechslungsreiches Werk, das gekonnt eingespielt wurde. Wer sich schon immer ein Album gewünscht hat, das wie eine Mischung aus Dismember und einer Prise frühen In Flames klingt, kann hier bedenkenlos zugreifen.