Manchmal werden Träume doch noch wahr. Turbonegro`s kraftstrotzender, stark an Black Flag und Poisen Idea angelehnter Hardcorepunk lief auf dem essenziellen "Ass Cobra" zur absoluten Höchstform auf und etablierte die Fusion von schmutzigen, homosexuellen Fantasien, dem ironischem Spiel mit NS-Symbolik und stahlhartem Rock.Den Stilwandel, den die Norweger auf "Apocalypse Dudes" aber vollzogen, war in dieser Art wohl in der gesamten Musikgeschichte einzigartig und nur selten zu hören und vor allem zu sehen. So wie früher die Kids bei Marijke Amado in der Mini Playback Show sich für einen Abend in ihre Idole verwandeln konnten, so ergänzte die Band um den Sänger Hank Van Helvete ihren streng uniformierten Dresscode mit individuellen Trademarks und sah nun wie eine fiktive Band aus einem Comicheft aus. Ihre nassgeschwitzten Jeansjacken behielten aber sie an. Aber das eigentlich Wichtige an "Apocalypse Dudes" war, das die selbsternannten "Denim Demons" plötzlich wie ein wahr gewordener, feuchter Traum eines jeden Hardrock-Fans klangen. Breitbeiniger 70`s-Hardrock, aufgeladen mit der Energie des Punkrocks und dem neu-gewonnenen, dunkel-psychotischem Image von Hank Van Helvete ergaben eine Mischung die zu gut und zu originell war und eine derartige Anziehungskraft ausstrahlte, als das dieser Effekt nicht nochmal wiederholt werden konnte. "Death Punk" war geboren und erlebte schon hier seinen ultimativen Höhepunkt. Am Anfang thront "The Age Of Pamparious" mit seinem genial-finsterem Intro. Der Rest ist einfach nur brennend heißer Rock`N`Roll, der die Rock-Hystorie hemmungslos zitiert und ordentlich aufs Korn nimmt. Vielleicht war dies die Blaupause für Alles, was erst Jahre später an aufkeimender Rock`N`Roll-Rebellion mit Gluecifer, The Hives oder Mando Diao aus dem europäischen Norden über die Musikwelt hereinbrach. Doch keiner von Ihnen griff so beherzt sämtliche Rock-Klischees auf, provozierte und nahm sich dabei so unernst, wie die Turbonegro.