Stephan Kinkele besticht in seinem Roman durch seine profunden Kennntnisse in der griechischen Geschichte und Kultur und verzückt damit den in diesem Metier bewanderten Leser wie es ihm gleichzeitig durch eine sehr geschickte Art zu schreiben gelingt, den in dieser Hinsicht Unbedarften keines Bildungsdefizits zu bezichtigen oder beim Lesen zu überfordern - ein bravouröser Spagat.
Glaubwürdig in ihren Persönlichkeitsstrukturen und in ihren Rollen führt der Autor die Schar seiner Akteure aus fanatischen Geheimbündlern, finsteren Besatzern und Besatzungsprofiteuren sowie die Hauptperson des Buches, den träumerischen Philhellenen McFarlane in einem unerbittlichen Spannungsbogen in den Befreiungskampf der Griechen gegen fremdländisches Joch und unterwirft deren Schicksale dem Vermächtnis der Göttin Aphrodite: Wer ihr nachgibt, den läßt sie in Ruhe, wer in falschen Stolz verfällt, den macht sie nieder.
Ein durch seine raffinierten Wendungen sehr spannend zu lesendes und somit auch höchst empfehlenswertes Buch.