In seinen Kölner Jahren 1962/63 hat der junge Rainer Werner Fassbinder Gedichte und Prosa geschrieben, die er selbst gebunden, seiner Mutter widmete.
Hier ist nun zum ersten mal sein jugendliches Debüt, wenn man so will, in Buchform erschienen.
Es berührt eigentümlich und es ist vertrauenserweckend.
Susan Sontag hat ein zartes anrührendes Vorwort geschrieben, das allein schon dieses Büchlein dem Reiz der Wehmut anheimgibt.
Doch die Gedichte, teilweise sind deren Silben gezählt vermerkt, wie in den anhängenden Bilddokumenten zu sehen, die Texte also, die sprechen bereits die Sprache des späteren Filmregisseurs, der Weltformat erreichen konnte.
Wenn es eine Frühbegabung gibt, hier ist sie zu spüren und jetzt nachzuerleben in Gedichten wie gesagt, in Prosa, sogar in kleinen Hörspielen.
Juliane Lorentz und Daniel Kletke von der Fassbinder Foundation haben dieses Buch im Verlag SchirmerGraf herausgebracht.
Jeder, der dieses Buch zur Hand nimmt, wird ihn wieder hören und verstehen, wenn er z.B. sagt:
"Im Labyrinth verirrt, unwissend
Zerfleischte Leiber rings umher
Die Hoffnung kosend, küssend
Geh ich bald kreuz, bald quer."
Doch auch andere Texte, voll von lebendiger Nähe, sind spürbar im Buch.
So lebt er in unseren Gedanken, unseren Herzen, weiter.