J.J. Cale Anyway the wind blows The Anthology gibt einem gegenüber anderen Best of-Alben von J.J. Cale, bei denen die großen Hits drauf sind, auch einen Einblick in weniger bekannte Stücke, die auf seinen Studioalben zu finden sind. Die Scheibe enthält auch neues Material. Und da ich nicht alle Studioalben von J.J. Cale daheim habe, habe ich viele Leckerbissen gefunden.
Also: es sind alle großen Hits wie Cocaine, Call me the breeze, After midnight (sein bester Song, 100mal besser als Clapton's Version und die ist auch nicht schlecht), Crazy Mama (hört euch das Bottleneck-Wah-Wah-Solo an, wie eine fauchende Katze, traumhaft) usw. drauf, die in jede vernünftige Musiksammlung gehören.
Die übrigen Lieder zeigen, dass J.J.Cale ein begnadeter Musiker ist, der nicht nur einige Hits gelandet hat, sondern einer, der Blues vom Feinsten in jedem Lied zelebriert. Die meisten Stücke dauern zwischen 2 und 3 min. und haben somit die ideale Länge. Es gibt kein ewig herausgezögertes Improvisieren, wie es im Blues häufig der Fall ist. die Lieder sind präzise und perfekt konzipiert. Der Song, nicht der Künstler steht bei Cale im Vordergrund. Auch mag ich sein trockenes Gitarrenspiel, das nicht durch schnell-viele-Noten-spielen bestimmt ist, sondern gezielt und melodisch eingesetzt wird. Sein gehaucht, genuschelter Gesangsstil ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber trifft seine Songs genau. Und dass er wunderschöne Melodien singen kann, beweist er in vielen Songs. Vergleichbar vielleicht mit Bob Dylan. Beide wollen ihren Song nicht durch zu viel Melodien zu einer Schnulze machen. Auch alle anderen Instrumentalisten bringen in den Songs immer wieder gute Solis. Und es ist riesige Bandbreite verschiedenster Instrumente (Bläser, Geigen usw.) zu hören, nicht nur die gängigen Instrumente.
Meine Geheimfavoriten neben den Hits, die alle mehr als brilliant sind, sind: Things ain't simple (Super Melodie und Akkordfolge, Musik trifft Kern des Textes, ein Schwelgen in den früheren Zeiten, wo alles einfacher war: da war er noch jünger) und Thirteen Days (ein super Blues, den auch Tom Petty so liebt, dass er ihn bei seiner DVD Soundstage performt) und eine Ballade You keep me hangin' on (schöne Melodie, viel Klavier und ein brilliantes Gitarren Solo, man möchte weinen).
Alle Lieder bis auf vielleicht drei, vier schwächere sind top zum Anhören und zeigen eine derartig große Vielfalt von Bluesstilrichtungen (Bluesrock, Countryblues usw.), dass es nie eintönig wird. Wer schon mal ein paar Hits von J.J. Cale gehört hat und sie ihm gefallen, der ist zum Vertiefen mit dieser Cd sehr gut bedient. Ein J.J.Cale Best of hat immer fünf Sterne.