Unser Protagonist Jason hat zu Beginn des Filmes folgende Lebensregeln:
Mach es allen Recht! Sei freundlich! Passe dich an!
Und wie weit ist unser Freund damit gekommen? Fassen wir zusammen:
1. Seine Freundin hat keinen Sex mehr mit ihm.
2. Sein Agent redet viel, kostet viel und es kommt nichts dabei heraus.
3. Sein Psychoanalytiker kassiert ebenfalls, nur damit sich Jason seine eigenen Fragen beantworten kann.
Und hier kommt Dobel (Woddy Allen) ins Spiel. Er öffnet Jason so langsam die Augen, worauf es im wirklichen Leben ankommt. Und dass das ständige Anpassen und sich etwas schönreden nichts bringt.
Mit einer List bringt Dobel Jason dazu, dass er seinen Agenten feuert, beim Psychoanalytiker aufhört und zumindest den Anlauf nimmt, mit seiner sogenannten Freundin Schluss zu machen. Klar, dass in einem Woddy-Allen-Film SIE ihm dabei zuvorkommt und die ganze Sache dadurch noch eine gewisse zusätzlich Tragik erhält.
Doch warum sollten wir so einen Film ansehen, warum rezensieren?
1. Die Aussage, dass sich für Jungs oder Männer eine eigene Meinung doch auch lohnen könnte, ist in der Mainstream-Diskussion zur Emanzipation fast schon revolutionär. Woddy Allen hat dies aber schon im Jahr 2003 erkannt! Sämtliche "gut-dass-wir-drüber-geredet-haben" und "du-musst-nett-und-freundlich-sein" Glaubenssätze werden hier im komischster Weise karikiert, übertrieben dargestellt, perfekt inszeniert und dann gottlob über Bord geworfen.
2. Es sind nicht die Umstände, die uns einengen, sondern unsere geistige Vorstellungkraft, was wir daraus machen. Die Perspektive, in Kalifornien neu anzufangen, setzt letzten Endes die Energien frei, die Jason braucht um sich endlich mal FÜR etwas und GEGEN etwas entscheiden zu können und dies auch so auszudrücken.
Woddy-Allen-Filme sind stark textlastig. Ein schnell gesprochener Satz jagt den anderen. Ein Kompliment an die Übersetzer des Filmes, die jede Menge Sprachwitz zielgenau in die deutsche Sprache übertragen haben.
Insgesamt also ein Film, der sehr unterhalsam und lustig ist. Und zusätzlich ist es ein Film, der Impulse setzt, auch mal über die eigenen kleinen gedanklichen Gefängnisse nachzudenken.