Von der ersten Sekunde an sucht der Film die Nähe zum Betrachter. Wie schon viele Rezensenten vor mir bemerkt haben, geschieht dies beinahe ausschließlich auf "hektische" Art und Weise. Viel Durcheinandergeschreie herrscht auf dem Platz, dazwischen mischt sich der Kommentator des Spiels, alles verschwimmt in einer einzigen Soße, da muss man schon sehr konzentriert bleiben um dem folgen zu können.
Aber wer die ersten Minuten des Films übersteht, wer davon nicht abgeschreckt wurde, den erwartet ein Szenario, das näher am Leben nicht sein könnte. Und auch wenn sich das Gezeigte im fernen Amerika abspielt und der Film -ohnehin rein amerikanisch- auf den ersten Blick, allein wegen der Sportart, sehr wenig mit uns hier in Deutschland zu tun zu haben scheint, so kann doch der aufmerksame Zuschauer viel von ihm mitnehmen. Denn der Film zeigt, was es heißt ein Teil des Profisports zu sein, versucht alle wichtigen Bereiche -sei es Trainer, Spieler, Arzt, Betreuer oder Management- aufzugreifen, und diese zu beleuchten.
Nebenbei angemerkt bin ich nicht der Ansicht, dass die Charaktere zu dünnschichtig beleuchtet werden, vielmehr verleiht Stone ihnen in der Länge des Films immer mehr Tiefe, wodurch man sich unweigerlich beginnt mit ihnen zu beschäftigen und zu identifizieren.
Im Profisport geht es nur um's Geld, das ist wohl eine Tatsache, die vielen irgendwo bewusst ist, dieser Film hält es einem aber vor Augen, was das für den Einzelnen bedeutet. Hier gibt es keine epische Heldenverehrung, kein "reines Gutes", jeder der gezeigten Charaktere enthüllt auch seine dunkle Seite nebst der -der Öffentlichkeit zugewandten- makellosen Fassade. Stone blickt hinter die Kulissen, zeigt die Machtspielchen der "großen" des Sports und bleibt dabei vor allem eines nicht -klischeebehaftet, denn mit diesen wird im Film reihenweise gebrochen.