Endlich, kann ich nur sagen! Endlich wieder ein waschechter Horror-Trashmovie mit allem, was dazugehört! Ed Wood würde einen Kniefall machen, Ingmar Bergmann würde sich ' fachgerecht fluchend über die bizarren, eventuell unter Drogen ersponnenen Storywendungen - im Grabe umdrehen, genau so soll es sein, da wird das Kleinhirn ausgebremst, Chips und Flaschbier an den Start! Allein die Zutaten, nur vom Feinsten: Yasmina Filali gefährdet felsenfeste Ehen als rasiermesserscharfes b-movie-babe im roten Spitzen-BH, dressierte Ameisen mopsen ihren Slip, Götz Otto als baumlanger Held mit zornigem Blick - klar, wie er den Part im James-Bond-Streifen bekam ' sein hochtragisches Ende fordert auch hier das Tempotaschentuch. Ebenso herzerschütternd auch Elisabeth Volkmanns forever letzter filmischer Auftritt: als irre Alte im wheelchair, die sich die Zigarren aus ihrer eigenen Scheiße dreht und last not least: das Biest! The Antman! Herrlich monströsen Geisterbahnträumen entsprungen, mit Glühbirnenaugen und kohlrabenschwarzen Gummikugelkörper, so tyrannisiert der Ameisenmann als turbomäßig Lachtränenfördernde Pressgeburt des prädigitalen, von Holzleim und Knetgummi dominierten No-Budget-Special-Effekt-Handwerks eine kleine windschiefe Barackenansammlung, die garantiert in der Wüste von Mexiko 'Verzeihung: Määchikoooh! ' liegt, die Potsdamer Einkaufspassagen verschwinden ebenso garantiert in der Unschärfe. Und man glaubt es nicht ' das Filmchen ist auch noch mit poltrigen Musicalhäppchen garniert, ja, es wird gesungen, schief und tragisch, irgendwo zwischen Tom Waits und Heintje, wie eben Männer, die endlich wieder an Lagerfeuern vereint sind, um ihr unwichtiges Dasein auf Erden zu opfern ' für die große Liebe. Und damit meine ich bestimmt nicht nur die Liebe zu einer Frau, sondern vor allem die Liebe zum Trash. Ole, hombres ' angucken das Teil!
Nikolaus Buchholz, 1.1.2010