Die erfolgreiche Jugendbuchautorin, Elisabeth Zöller, musste sich die Handlung ihres Buches nicht extra ausdenken - was die Autorin hier beschreibt, ist nämlich die Lebensgeschichte ihres Onkels, an (Onkel) Antons Lebenslauf wird mehr als deutlich, was es seinerzeit bedeutete als Mensch mit Behinderung im Deutschen Reich leben zu müssen - welche ideologischen Wahnvorstellungen die Machthaber bereits in die Köpfe der Jüngsten Menschen pflanzen wollten - dass diese "Bemühungen" nicht bei jedem Bürger fruchteten und welche Risiken diese Reste gelebter Menschlichkeit und Zivilcourage nach sich ziehen konnten und zogen...
Die tägliche Bedrohung, durch das Regime, die Auswirkungen des herrschenden Zeitgeistes auf alle Lebensbereiche wird mehr als deutlich - in einer Art und Weise, welche gerade Kinder und Jugendliche behutsam an ein immer noch schwer zu verstehendes und oft nicht einfach zu erklärendes Thema heranführt - das "Dritte Reich".
Fazit: Das Buch erscheint mir als Einstiegslektüre für den Geschichtsunterricht, bzw. dessen sinnvolle Ergänzung sehr gut geeignet - in dieser Form schafft man es bestimmt, junge Menschen für dieses dunkle Kapitel der Geschichte zu interessieren, von dem manch Erwachsener inzwischen nichts mehr hören mag - gerade aus diesem Grund ist es wichtig die Vergangenheit zu kennen, damit man als mündiger Teil zukünftiger Erwachsenengenerationen u.a. um den tatsächlichen Sinn und das Gewicht des in Sonntagsreden vielstrapazierten Spruches "Wehret den Anfängen" im Bilde ist.
Eigentlich wollte ich nur noch ein wenig lesen, ein Kapitel vielleicht - zweieinhalb Stunden später habe ich dieses Buch hier aus der Hand legen können - denn da war der letzte Satz gelesen, wusste ich um den Ausgang dieses beispielhaften Einzelschicksals - vorher hätte ich nicht einschlafen können, nicht einschlafen wollen.