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Anton Bruckner. Biographie eines Unzeitgemäßen
 
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Anton Bruckner. Biographie eines Unzeitgemäßen [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang J. Bekh
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 1., Aufl. (28. Februar 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785720378
  • ISBN-13: 978-3785720370
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 15,6 x 4,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 456.931 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wolfgang Johannes Bekh
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

An Bruckner-Biografien besteht wahrlich kein Mangel: Angefangen bei den Werken der vom Meister selbst bevollmächtigten Autoren Göllerich und Auer bis hin zu jüngeren Veröffentlichungen wie derjenigen von Hansjürgen Schaefer kann der interessierte Leser in Bibliothek und Buchladen über eine Vielzahl von Schriften verfügen. Qualität und Schwerpunktsetzung unterscheiden sich selbstverständlich erheblich: Bei älteren Werken muss man immer mit mangelnder Quellenkritik oder unterschiedlichsten nationalistischen Tendenzen rechnen. Problematisch für den musikalisch nicht sonderlich vorgebildeten Leser sind Veröffentlichungen, die einen hohen werkanalytischen Anteil haben.

Ganz ungezwungene, dazu noch unerhört spannend und bewegend erzählte Information bietet die neue Biografie von Wolfgang Johannes Bekh. Der umfassend gebildete Schauspieler, Redakteur und Autor erstaunt und begeistert mit einer akribisch recherchierten, detailliert genauen Fleißarbeit -- ohne den negativen Beigeschmack dieses Wortes --, für die er unermüdlich "Originalschauplätze" bereist und Unmengen von Material durchforstet hat. Lesenswert ist Bekhs Buch nicht zuletzt wegen seines angenehmen Schreibstils und seiner Fähigkeit, Bezüge zu verwandten historischen Ereignissen und Tendenzen herzustellen: Das stupende, lebendige Allgemeinwissen macht im Zeitalter der scheinbar grenzenlosen Verfügbarkeit von Information durch das Internet nachdenklich im Hinblick auf die Persönlichkeit, der es bedarf, um solches Wissen auch sinnvoll zu verwerten.

So löst sich im vorliegenden Buch also aus dem umfassend beleuchteten Dunstkreis des 19. Jahrhunderts jener groteske, gleichwohl äußerst liebenswerte Oberösterreicher, der einer der genialsten Symphoniker aller Zeiten war. Urkomisch lesen sich seine durch Schüler überlieferten dialektalen Äußerungen (sein krachertes Heimatidiom gab er niemals auf): "Lachen" heißt bei ihm mitunter "pfugatzn", und beim Werben um eine Siebzehnjährige stellt der Mittfünfziger sich vor mit den Worten "I' bi da Professor Bruckner aus Wean und bi' an Koaser sei' Organist." Massiv ins Tragische tendieren sein neurotischer Zählzwang und seine grenzenlose Autoritätshörigkeit, ebenso sein gewaltiges Arbeitspensum zum Zweck des Broterwerbs, das ihn viel wertvolle Zeit kostete.

Der Leser wird in Bruckners disparate und oftmals unbequeme Lebenswirklichkeit entführt, hat Teil an seinen legendären, leider nicht überlieferten Orgelimprovisationen, seinen musikalischen Lehr- und Meisterjahren sowie an den kleinen und großen Nöten und Freuden seines Daseins. Die kaum vorstellbaren Demütigungen, die er als zu Lebzeiten kaum anerkannter Komponist erdulden musste, gehen einem nah: Am Ende glaubt man, einen Freund gewonnen zu haben und verspürt Lust auf Bruckners Musik.

Dennoch, ein Wermutstropfen bleibt, und es ist derselbe wie bei vielen anderen Büchern dieser Art: Leider wurden die zahllosen Zitate des Buches nicht mit Verweisen auf die jeweiligen Quellen versehen, und damit sind sie größtenteils nicht nachvollziehbar, also wissenschaftlich nicht zu verwenden. Hier besteht für eine spätere Neuauflage dringend Nachholbedarf. --Michael Wersin

Kurzbeschreibung

“Daß es Bruckner gegeben hat, ist für mich das größte Geschenk Gottes.” Dieser Satz von Sergiu Celibidache steht als Motto über der Biographie. Es ist mehr als der Ausdruck der Wertschätzung durch einen berühmten Dirigenten. Anton Bruckner, 1824 im oberösterreichischen Ansfelden geboren und 1896 in Wien gestorben, passte Zeit seines Lebens in kein Klischee. Er war weltfremder Sonderling und begnadeter Orgelimprovisator schwierigster vielstimmiger Fugen. Bruckner ersehnte nichts mehr als die Geborgenheit bürgerlichen Ehelebens, blieb jedoch unverheiratet. Tief religiös, übte er sich im Alltag in demütigster Bescheidenheit, verpflichtete sich jedoch für die siebte Symphonie den König von Bayern, für die achte den Kaiser von Österreich und für die neunte schließlich die Majestät des Alls – den lieben Gott – als Widmungspatron ... Hybris, bedingungslose Hingabe oder entgrenzte Naivität? Richard Wagner war einer der ersten, der unter der “biederen” Oberfläche das außergewöhnliche Talent erkannte und einer von Bruckners eifrigsten Förderern wurde. Bald sprach sich herum, daß hier einer Musik komponierte, die ihre Epoche hinter sich ließ. Doch an Bruckner schieden sich weiterhin die Geister. Die einen fanden sich noch auf Jahre hinaus nicht in den großen musikalischen Bögen seiner Werke zurecht. Für die anderen war er einer der ganz Großen der Musikgeschichte. So ist es bis heute weitgehend geblieben. Für Bruckner selbst blieb der Ursprung seiner Kompositionen immer ein Mysterium. Manche seiner Themen “empfing” er aus der Hand verstorbener Komponisten in Traumgesichten. Und viele seiner Werke führen wieder in eine Welt jenseits des reinen Musikhörens. Auch so ist der Ausspruch des Zen-Schülers Celibidache zu deuten. Außerordentlich lebendig stellt Wolfgang Johannes Bekh den facettenreichen Menschen Bruckner dar und zeichnet dessen Lebensumfeld mit viel, oft amüsantem Lokalkolorit. Zugleich bringt er Bruckners herausragendes musikalisches Werk, das gegenwärtig im Musikbetrieb neu entdeckt wird, dem Leser anschaulich nahe.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Grandioses Lebensbild 30. August 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wer sich für Anton Bruckner interessiert, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Bekhs Biographie ist ein mit langem Atem geschriebenes Werk, das den Leser von Anfang an in seinen Bann zieht und bis zum Ende nicht mehr losläßt. Denn bei allem Faktenreichtum bereitet dieser Band nicht nur ein intellektuelles, sondern - dank der stilistischen Meisterschaft des Autors - auch ein sinnliches Vergnügen. Manchmal gewinnt der Leser geradezu den Eindruck, in den Komponisten hineinsehen zu können. Sowohl die Quellenkenntnis als auch das Einfühlungsvermögen des Autors, der Bruckners Lebensweg stets mit Sympathie verfolgt, machen diese Darstellung zu einem herausragenden Dokument.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Otmar
Format:Gebundene Ausgabe
Wolfgang Johannes Bekh liefert eine Biographie,die
ausschließlich dem Künstler, weniger seinem Werk
gilt.
Wer seitenlange Abhandlungen über die Musik Bruckners sucht, hofft vergebens.
Seite um Seite lernt der Leser den Menschen, Anton
Bruckner, kennen, der fast ausschließlich im ober-
östereichischem Lokalkolorit zu Wort kommt.
Pointiert und anekdotenhaft präsentiert der Autor
zahlreich zusammen getragene Fakten und leuchtet
dabei tief ins politische und künstlerische Umfeld
Bruckners.
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