Aus der Amazon.de-Redaktion
Am Ende von Antoines Reise durch den Irrsinn des bürgerlichen Lebens steht die Erkenntnis, dass die Normalität noch absurder als alles andere ist. "Es ist idiotisch, seine Energie für Dinge zu verschwenden, die's nicht wert sind", lautet dementsprechend einer der letzten Sinnsprüche des Romans: "Sparen wir unsere Kräfte lieber, um uns zu amüsieren." An solch eindeutigen Stellen scheint es, als habe der französische Autor, der laut biografischer Anmerkung gern holländische Fahrräder fährt und Marmelade kocht, zu viel Saint-Exupéry gelesen und in einem Ideen-Cocktail mit Jean-Paul Sartre verrührt. Zumeist aber klingt Antoine oder die Idiotie, als hätten sich Musil und Raymond Queneau gemeinsam in ein Pariser Straßencafé gesetzt und bei ein paar Gläschen Absinth Die fabelhafte Welt der Amélie weitergesponnen.
"Durch vieles Lesen wirst Du nie zum Alkoholiker" heißt eine der vielen (besseren, da skurrilen und herrlich weltfremden) Weisheiten des Romans: "Das ist eine Tätigkeit, die einen gewissen Einsatz verlangt, man muss ihr viele Stunden am Tag opfern." Nichtsdestotrotz kann lesen süchtig machen, und Pages Buch hat man in weniger als einem Tag verschlungen. Dann muss Ersatz her und man kann nur hoffen, dass Antoine oder die Idiotie, trotz einiger Schwächen, nicht das letzte, verrückte und von grotesken Einfällen nur so überquellende Buch dieses talentierten jungen Autors bleiben wird. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Pressestimmen
Kurzbeschreibung
Eigentlich könnte Antoine zufrieden sein, doch er ist einfach zu klug. Das soll sich ändern: Antoine will nicht mehr denken, und daher versucht er zunächst, Alkoholiker zu werden, dann, sich umzubringen, und schließlich, so zu werden wie alle -
In 25 Sprachen wurde der satirische Erstling von Martin Page seit seinem Erscheinen übersetzt. Ein "Kultroman", dessen Leichtfüßigkeit und geistreicher Witz sehr angenehm aus der französischen Literaturlandschaft hervorstechen.