Das Buch erschließt sich dem Betrachter erst, wenn er es zulässt. Ein erstes schnelles Blättern führte bei mir zur Enttäuschung. Gestellte Portraits aneinander gereiht. Und nur gelegentlich ist ein Bezug zum Arbeitsalltag erkennbar.
Beschäftigt man sich näher mit den Gesichtsausdrücken, dem Habitus der abgebildeten Menschen, ihrer konzentrierten Haltung, dann wird der Status, das Lebensumfeld deutlich. Es ist kein Bildband zur Berufskunde.Es ist kein Nostalgiearchiv. Es ist ein Dokument,wie Lebensumstände Menschen prägen. Bauern, der Herr Lehrer, der Berliner Tapezierermeister, die Arbeiterfamilie, der Industrielle, man erkennt die Typen, ihren Status. Beim zweiten Blick kommt Begeisterung auf. Ein schöner Bildband mit hoher Aussagekraft. Kein Geringerer als als Kurt Tucholsky schreibt dann auch auf dem Klappentext: " Was Sander da gegeben hat, ist allerbeste Arbeit" Stimmt!