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Antigone Audio-CD – Audiobook, 1. Februar 2008


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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Langen-Müller; Auflage: 1., Aufl. (1. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3784441424
  • ISBN-13: 978-3784441429
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 1,1 x 14,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Frauke Frausing Vosshage, geboren 1941, studierte in Kiel und Paris Romanistik, Anglistik und Psychologie. Dissertation über die Rezeption des amerikanischen Dramas in Frankreich mit besonderer Berücksichtigung von Tennessee Williams' A Streetcar named Desire. Weitere unterrichtsbezogene Veröffentlichungen zur amerikanischen, englischen und französischen Literatur. Sie unterrichtet seit über 30 Jahren Englisch und Französisch an einem Lübecker Gymnasium. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Neutrales Bühnenbild. Im Hintergrund drei gleiche Türen. Beim Aufgeben des Vorhangs sind alle Personen auf der Bühne. Sie plaudern, stricken oder spielen Karten. Der SPRECHER tritt vor.

SPRECHER- So ... Diese Leute werden euch jetzt die Geschichte der Antigone spielen. Antigone ist die kleine Magere, die da drüben sitzt und schweigt. Starr blickt sie vor sich hin und denkt. Sie denkt, daß sie nun gleich Antigone sein wird, daß sie plötzlich nicht mehr das schmächtige, schwarze, verschlossene Mädchen ist, das keiner in der Familie ernst nimmt, sondern daß sie sich allein gegen die Welt stellen wird und gegen Kreon, ihren Onkel, der König ist. Sie denkt daran, daß sie sterben muß und - weil sie ja noch so jung ist - daß auch sie gerne noch leben möchte. Aber man kann ihr nicht helfen. Sie heißt Antigone und muß ihre Rolle durchhalten bis zum Ende. Seit der Vorhang aufgegangen ist, fühlt sie, wie beängstigend schnell sie sich von ihrer Schwester Ismene entfernt, die dort mit einem jungen Mann plaudert und scherzt. Sie löst sich von uns allen, die wir heute abend nicht zu sterben brauchen und ihr ruhig zusehen können.

Der junge Mann da, mit dem die blonde, schöne, glückliche Ismene spricht, ist Himon, Kreons Sohn, der Verlobte Antigones. Eigentlich zog ihn alles zu Ismene: seine Lust am Tanzen und Spielen, seine Freude am Glück und leichten Erfolg, seine Sinnlichkeit denn Ismene ist schöner als Antigone. Aber eines Abends auf einem Ball, nachdem er nur mit Ismene getanzt hatte - sie hatte bezaubernd ausgesehen in ihrem neuen Kleid -, da ging er zu Antigone, die in einer Ecke saß, ihre Arme um die Knie geschlungen, so wie jetzt. Hämon bat sie, seine Frau zu werden. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Antigone am 29. August 2006
Format: Taschenbuch
Mit diesem Satz ist Antigones Charakter auf die kürzeste Formel gebracht. Sie ist die Hüterin der Humanität und die nonkonformistische Kämpferin gegen Créon, der den Staatstotalitarismus vertritt und um der Staatsraison Willen auf die sittlichen Werte verzichtet. Die kleine Antigone, die sich gegen den Staat aufbäumt, ist folglich 'nur' da, um ihm 'nein' zu sagen und um zu sterben.

Schon hier wird der Stil Jean Anouilhs deutlich, der an vielen Stellen surreal direkt oder besser gesagt 'abstrakt' ist. In dieser französischen Ausgabe Anouilhs "Antigone" wird genau diese Eigenart des Autors besonders deutlich. Diese Ausgabe erscheint mir frischer, ehrlicher unverfälschter und vor allem liebenswerter als die deutsche Übersetzung. Sie sprüht nur so vor Vitalität und Mortalität und eigentlich vor allem vor Liebe und der Frage nach dem Glück. Und Eigensinn, nämlich dem Eigensinn Antigones, Oedipus' Tochter. Oder sollte man heute von einer Depression reden, die Antigone heimgesucht hat? Wir werden es nie erfahren: «C'est fini. Antigone est calmée maintenant, nous ne saurons jamais de quelle fièvre. » Jeder der Hauptdarsteller dieser ursprünglich antiken Tragödie lebt für eine Sache, an die er oder sie glaubt; aber wer lebt für die 'richtige' Sache? Folgender Satz des Chors, einer der letzten dieser Tragödie, lässt sowohl diesen Missstand als auch allgemein die (surreale) Schreibkunst Anouilhs deutlich werden: «Tous ceux qui avaient à mourir sont morts. Ceux qui croyaient une chose, et puis ceux qui croyaient le contraire - même ceux qui ne croyaient rient et qui se sont trouvés pris dans l'histoire sans y rien comprendre.
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Von Martin Kasperzyk TOP 500 REZENSENT am 1. Februar 2015
Format: Taschenbuch
Die Adaption der griechischen Tragödie "Antigone" bei Jean Anouilh führt trotz der bekannten Rahmenhandlung zu einigen bemerkenswerten Einsichten.

Das Tragische am ganzen Geschehen wird heruntergespielt als handele es sich um einen alten Hut. Der Sprecher verrät schon zu Beginn den Gang des Geschehens. Es heißt im Stück, dass die Tragödie von selbst abschnurrt, wenn die Handlung mit einem kleinen Stups mit dem Finger in Gang gesetzt wird. Zu allen Zeiten kann man sich darauf verlassen, dass die Menschen der Tragödie gemäß funktionieren. Sie entkommen ihrem Schicksal nicht, und sie wissen es.

Während bei Sophokles mit Antigone und Kreon noch zwei Gegner aufeinandertreffen, die mit guten Argumenten für ihre Sache kämpfen, ist das Gleichgewicht in Anouilhs Theaterstück empfindlich gestört. Antigone wird als verschlossenes, eigensinniges und stures Mädchen gezeigt, dem es an einem moralischen Anspruch für ihr Handeln fehlt. Sie ist "zu klein für alles".

Im zentralen Dialog Kreons mit Antigone erweist sich der lebenserfahrene Kreon als überlegen: Kreon beschreibt Polyneikes, den Bruder Antigones glaubwürdig als Rohling und schlechten Menschen, der böse und aufrührerisch gewesen sei. Das Recht ist auf Seiten des Königs Kreons. Antigone hat kein Argument, warum sie den Bruder, den Verbrecher, bestatten muss. Es fehlt ihrem Handeln moralische oder religiöse Impulse.

Das Tragische wird allein durch Antigone ausgelöst, die stur an ihrem Verhalten festhält. Ohne sie hätten alle ihre Ruhe und Frieden.
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Von Thomas M. VINE-PRODUKTTESTER am 6. Januar 2012
Format: Taschenbuch
Dass Anouilhs Antigone in Frankreich während des 2. Weltkrieges eines der erfolgreichsten Stücke auf der Bühne war ist nach dem Lesen dieses Werkes ganz einfach zu verstehen, denn wer nur das Werk von Sophokles kennt und dementsprechend Probleme mit der Sprache haben könnte, wird diese Probleme hier nicht antreffen.
Das Werk ist sehr gut und einfach zu lesen, gefällt mir von der Geschichte und der zeitgemäßeren Schreibweise und des moderneren Inhalts auch besser als das Original, was ich jedoch zugeben muss ist die Tatsache, dass man das originale Antigone von Sophokles vorher schon lesen sollte. Denn während bei Sophokles die Geschichte während des Lesens direkt und einfach klar wird, hat man hier teilweise tatsächlich das Gefühl, es würde gar nicht um die Tatsache der Brüder gehen.
Ebenfalls schade ist die Tatsache, dass einige Personen aus Sophokles' Werk ganz ausgelassen wurden und nur sehr kurz angesprochen oder beim Namen benannt werden.
Gut ist das Werk trotzdem, auch wenn durch diese kleinen Makel ein perfektes Bild des Werkes leider nicht so ganz zu beurteilen ist.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von kpoac TOP 1000 REZENSENT am 1. August 2006
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Zeitlose Gültigkeit hat diese Tragödie. Und Sophokles hat mit seinem Stoff auch Jean Anouilh berühmt gemacht, ja, zum Weltrum verholfen. Zurecht! In Anlehnung an die Zeit in Griechenland verfasste er seine brillante Version von der kleinen Antigone. Nichts von der Spannung geht verloren,wenn man die Sprache in eine aktuell gültige verwandelt. Die Schwere der Dialoge wird allerdings weniger deutlich, die Argumentation hier mit bissiger Ironie garniert.

Hochmut kommt vor dem Fall, und Antigone sagt sehr wohl, dass sie den Tod erwartet, wenn sie gegen Kreons Gesetze verstösst. Und Kreon sagt nichts anderes, wenn er sie vergleicht mit der Art ihres Vater Ödipus, dem er gleiches unterstellt. Vielleicht weil er sein Spiegel war.

Kurze Übersicht:
Zahlreiche Götter standen den Menschen im alten Griechland zur Verfügung. Die Menschen fanden ihr Heil und ihren Zuspruch bei ihnen. Kreon, König von Theben jedoch, leitete sein Eigen- und Starrsinn. Daher wagte niemand ihm zu widersprechen, sein Leben galt der Tyrannei. Kreons Nichte, Antigone, gleichzeitig Tochter des Ödipus und zukünftige Braut Kreons Sohns, konnte jedoch aus dem Ehrgefühl und Glauben gegenüber den Göttern nicht anders, als ihren Bruder ordentlich zu bestatten. Dieses hatte Kreon jedoch unter Todesstrafe verboten, da dieser Bruder nach Verbannung gegen Theben kämpfte. Der weitere Bruder, beide im Kampf der Geschwister getötet, wurde die Würde eines ordentlichen Begräbnisses innerhalb der Stadtmauern Thebens zuerkannt. Folglich musste Kreon, seiner eigenen Diktatur verpflichtet, Antigone opfern. Die Tragödie nimmt ihren Lauf.
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