Kaum ein Musikstil erlebte in letzter Zeit so einer Hype wie der New York Antifolk. Und ein Glück, dass ein Buch geschrieben wurde, das die große Gruppe der Antifolkmusiker näher betrachtet. Auch wenn man deren schwer beziehbar Musik (größtenteils leider Selfmadeplatten in Kleinstauflage) nicht immer gehört hat, bekommt man trotzdem einen guten Eindruck vom Stil der einzelnen Bands. Eine Discografie im Anhang rundet die Künstlerportraits von z.B. Adam Green, Kimya Dawson, Jeffrey Lewis, Dufus und vielen unbekannteren Gruppen ab.
Dabei bemerkt man die unglaubliche Menschlichkeit und das in der Musikbranche seltene Losertum, die im Schaffen dieser Musiker mitwirken und ihre Musik so besonders machen.
Es wird auch ein Einblick in die Vorgeschichte des AFNY gegeben, allerdings werden hier für meinen Geschmack zu viele 'artverwandte' Bands portraitiert, und auch eine Zeitreise ins Berlin der Sechziger (?) Jahre ist irgendwie nervig und stellt für mich keinen Einfluss auf den Antifolk dar.
Ein weiterer Minuspunkt ist der starke Schwerpunkt auf Adam Green.
In diesem Buch wird er start gehypet, ist sogar auf dem Cover zu sehen. Es folgen mehrere Kapitel und ein Interview über ihn. Doch auf dem Höhepunkt des Lobes dreht der Autor seine Meinung plötzlich um, findet Greens Musik und sonstige Arbeit gar nicht mehr gut, gar kommt indirekt zum Ausdruck, Green sei der Verräter des AFNY.
Abgesehen von meiner Meinung über die Musik dieses Herrn finde ich dieses Verhalten des Autoren inkonsequent.
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Trotzdem halte ich dieses Buch immer noch für empfehlenswert, wenn man möglichst viel über die Szene wissen will.
Ein Drittel davon hat meinen Wissensschatz dennoch nicht erweitert.