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Antichrist [Blu-ray]

Charlotte Gainsbourg    Nicht geprüft   Blu-ray
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Charlotte Gainsbourg
  • Region: Region B/2
  • Anzahl Disks: 1
  • Studio: Sony Pictures
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B002IPH5B2
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 100.779 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Willem Dafoe, Charlotte GainsbourgDirector: Lars Von Trier

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Kundenrezensionen

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Animismus 17. Januar 2010
Format:Blu-ray
Will das hier ganz kurz und abstrakt machen. Gerade, damit der Film nicht reduziert wird.
These ist, daß die Natur Satan sei. Und der Mensch sei Teil der Natur. Und die Frau ist fruchtbare Göttin und sexuelle Hexe als das Wesen, welches Leben schenkt - und damit auch den Tod in die Welt bringt. Und Totemtiere gibt es; die Welt ist animistisch. Das Heidnische bricht in die Logik ein wie eine Axt. Und als Schauplatz der tiefe Wald des Unbewußten - in Form eines tatsächlichen Waldes, der zwischen den Wahrnehmungsebenen hovert. Und bestialische Folterung und Verstümmelung; schließlich Mord. All dies drastisch und deutlich im Detail dargestellt, nicht als Selbstzweck, sondern als unverzichtbarer Teil des Aufbaus. (Viel schädlicher ist die Gewalt scheinbar harmloser Werke, die wie ein Kavalierdelikt oder gar ein Ulk dargeboten wird.) All das in einer spannenden Thrillerhandlung mit fantastischen Darstellern, mit wunderschönen, eines Tarkovsky würdigen Bildern. Sehr düster skandinavisch, sehr tief, wie ein schwarzer See.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kinketier
Format:Blu-ray
Für mich hat dieser Film schon vor vielen Monaten begonnen. Der Trailer schien damals einen gestylten Psycho-Thriller zu versprechen, aber einem Lars von Trier nimmt man das schlichtweg nicht ab. Dann kam Cannes, entsetzte Aufschreie, hartgesottene Kritiker verlassen das Kino, was zum Teufel hat er da gemacht, fragte ich mich und las mich um die Stellen herum, die von diesen Schrecken etwas verrieten, sah ihn mir schließlich in ängstlicher Erwartung an, ein Gefühl an welches der Film nahtlos anknüpft.
Eigentlich will ich ja auch nichts verraten, deshalb ein paar praktische Hinweise:
Wer bei Oldboy, Sin City oder Lost Highway an die Grenze seiner psychischen Belastbarkeit gelangt, dem sei abgeraten!
Wer die drei nicht gesehen hat, wird mit einiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls nicht hard-boiled genug sein.
Wem dagegen von Triers bisherige Filme zu lahm und europäisch waren, der könnte anhand dieses grandios verrätselten Psycho-Horrors einen der interessantesten zeitgenössischen Regisseure neu entdecken.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Pro und Contra 15. Februar 2010
Von Dude TOP 500 REZENSENT
Format:Blu-ray
Ich bin ein recht emotionaler Mensch, aber der Film ließ mich während des Betrachtens größtenteils kalt, zu den Protagonisten kann man keine emotionale Bindung aufbauen, dazu bleiben sie zu fern.
Das mag daran liegen, dass es sich im eigentlichen Sinne um keine Personen handelt, sondern um Stellvertreter für das Männliche und das Weibliche und somit für die Menschheit an sich.
Daher erscheinen die Protagonisten auch nur als ``Sie`` und ``Er``.

Da ja hier schon der Vergleich zum großartigen ``Martyrs`` gezogen wurde: Hier sieht die Sache ganz anders aus, dieser war ein emotionaler Dampfhammerschlag, gegen den jeder ``Hostel`` als Mickymausfilm erscheint.
Soweit ich weiß, ist ``Martyrs`` inzwischen indiziert, er sei jedem an``s Herz gelegt.

Die im hier rezensierten Film gezeigten 3 Schock-Szenen sind für hartgesottene Horrorfans nicht sonderlich aufregend, bei dem Publikum in Cannes anlässlich seiner Erstaufführung mag es da anders ausgesehen haben.
Ein Schw..z in Großaufnahme regt heutzutage normaler Weise auch niemanden mehr auf.

Klar gesagt werden muss auch, dass der durchschnittliche Horrorgucker bei diesem Film nicht auf seine Kosten kommen wird.

Man muss auch konstatieren, dass der Film von Lars von Trier sehr langweilig ist.
Er ist auch nicht richtig schreckeinflößend.
Hier muss man allerdings davon ausgehen, dass das beabsichtigt ist, da der Film sich ja gerade von dem, was er eigentlich darstellt, nämlich einen Horrorfilm, mit Gewalt abheben will.
Die bekannten Horroringredienzien werden als Buch mit einem schwarzweißen Kunsteinband versehen und als psychologische Abhandlung über Christentum, Hoffnungslosigkeit, die Natur und das Wesen der Menschheit verkauft.

Lars von Trier, der sich selbst jüngst ganz bescheiden als ``bester Regisseur der Welt`` titulierte,
schafft es zumindest mit seinem Film voller Symbolik den Zuschauer zum Nachdenken zu animieren, um eine Interpretation für das Gesehene zu finden.
Die Interpretation des Filmes ist interessanter als dieser selbst und die emotionale Beschäftigung mit dem Sujet findet erst nach Ende des Filmes statt, nicht während er noch läuft.

Zurück zum Film:
Der Beginn ist furios und vom ``Slumdog Millionär``-Kameramann mittels einer Spezialkamera ästhetisch in Bilder, die man nicht vergisst, gemeißelt worden.
Dazu erklingt Händels Arie ``Lascia ch'io pianga``.

In künstlerisch tollen, knackscharfen schwarzweiß-Zeitlupenaufnahmen sieht man das, was der Vorrezensent KSC leider schon ohne vorherige Warnung verraten hat, er sollte in seiner Rezension fairer Weise noch eine Spoilerwarnung einbauen.
Obschon auch später noch einige schöne, poetische Bilder im Film auftauchen (z.B. Sie auf der Brücke - die Brücke mag die Brücke in den Hades oder in das Unterbewusstsein sein), kann der Film visuell das künstlerische Anfangsniveau nicht halten.

Auch muss man dem Regisseur vorhalten, dass er nichts Neues liefert:
Explizite Szenen gab es schon in den 70ern, so z.B. in ``Türkische Früchte``.
Vom Satan besessene Frauen gab es schon in ``Der Exorzist``, Mann und Frau im Kampf gegen die Natur schon in ``Lost Weekend`` und Torture-Horror u.a. in Eli Roth's ``Hostel``.
Den vergeblichen Kampf gegen Satan haben wir schon unter anderem in ``Die neun Pforten`` gesehen.
Auch hat Lars von Trier sich offenbar an die Manifestation des Wahnsinns in schriftlichen Aufzeichnungen aus ``The Shining`` erinnert.

Das Altbekannte wird nun hier bewusst reißerisch präsentiert, um die nötige Aufmerksamkeit zu erzielen und in ein Arthouse-Gewand im Psychostyle gekleidet.

Dass man emotional bewegendere Filme auch ohne solchen Schnickschnack inszenieren kann, beweist Clint Eastwood mit jedem seiner letzten Filme.
Die Frage nach dem besten Regisseur der Welt würden sicher viele anders beantworten als Lars von Trier selbst.

Dennoch regt der Film wie gesagt zum Nachdenken an und spukt einem nach Ende noch im Kopf herum, das ist die gute Seite der Medaille.

Natürlich sehen wir auch eine herausragende schauspielerische Leistung insbesondere von Charlotte Gainsbourg, die dafür ja auch zu Recht in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde.

Es folgt nun die Interpretation des Ganzen, von hier ab sollte also nur noch weiter lesen, wer den Film schon gesehen hat!

SPOILER!!

Der Film folgt einer mathematischen Erzählstruktur und gliedert sich in

Prolog - Kapitel 1 (Trauer) - Kapitel 2 (Schmerz - Das Chaos regiert) - Kapitel 3 (Verzweiflung-Gynocide) - Kapitel 4 (Die drei Bettler) - Epilog.

Der Antichrist taucht in den Johannes-Briefen viermal auf, das mag die vier Kapitel erklären.
Der zweifachen Verstümmelung folgt die zweifache Vernichtung durch Strangulation und Verbrennen.

Der Prolog stellt eine Art umgekehrter Himmelfahrt dar. Der Geschlechtsakt bringt kein neues Leben hervor, er zerstört das Leben.

Der Mann therapiert nun seine Frau mittels einer Konfrontationstherapie, der sich auch der Regisseur selbst unterzog, denn während und vor den Dreharbeiten litt er an schweren Depressionen, weshalb er nicht wie gewohnt selbst die Kamera bedienen konnte, da seine Hände zu sehr zitterten.

Kapitel 1 zeigt uns das Wild mit Totgeburt - Mutter und Kind, die Natur und das Leben sind in Disharmonie.

Kapitel 2: Sie hört die Schreie all derer, die dem Tode geweiht sind, der Fuchs spricht: ``Das Chaos regiert``.

Kapitel 3: Er flüchtet vor ihr in den Schoß der Erde und stößt auf den ebenfalls von der Erde festgehaltenen Raben.

Kapitel 4: Die drei Bettler erscheinen, wieder muss jemand sterben.

Epilog: Die Erlösung?

Die Frau weilte bereits im letzten Sommer in der Waldhütte ``Eden`` (nahe Köln fanden die Dreharbeiten statt), die beide nun gemeinsam (Adam und Eva in Eden) im Rahmen der Konfrontationstherapie aufsuchen.
Die Frau arbeitete hier an ihrer Dissertation zum Thema Hexenverbrennungen und kam hierbei offenbar mit Satan in Kontakt.
Es stellt sich heraus, dass sie ihrem Sohn absichtlich die Füße verkrüppelte, indem sie ihm die Schuhe verkehrt herum tragen ließ.
Die Therapie weckt sie nun aus ihrem Kokon, den sie aus Furcht vor sich selbst und aus Trauer um sich selbst gewoben hat und das Teuflische kommt erneut hervor, ebenso offenbaren sich die Gegensätze zwischen Mann und Frau.

``Die Natur ist Satans Kirche`` sagt sie, der Regisseur stellt die Schöpfung somit als die Satans dar.
Ob die Manifestation Satans in der Frau als Hexe nun frauenfeindlich ist oder nicht, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Die drei Bettler sind die Vorboten des Todes und tauchen mehrfach im Film auf, zunächst im Prolog als Zinnfiguren, später einzeln als Wild (eine Totgeburt tragend), Fuchs (mit Lars von Triers Stimme sprechend: ``Das Chaos regiert``) und als Rabe im Fuchsbau.

Nach ihrer Selbstverstümmelung, in deren Zusammenhang noch einmal die Anfangszene rekapituliert wird, allerdings mit einem kleinen, schockierenden Unterschied, erscheinen die drei Bettler erneut - wieder muss jemand sterben, sie selbst:

Gegen Hexen, die mit dem Teufel im Bunde sind, hilft letzten Endes keine Therapie, sondern nur die Verbrennung.
Ihre doppelte Vernichtung mag mit dem Verbrechen der doppelten Verstümmelung korrespondieren, wobei die Verstümmelung auch wiederum gedoppelt ist, denn auch die Verkrüppelung der Kindesfüße korrespondiert mit der Mühlsteinimplementation in das Bein des Mannes.

Mit der Verkrüppelung des Kindes verliert die Menschheit ihre Wurzeln und der Held findet am Schluss Erlösung und seine Wurzeln zurück, er verlässt den Hügel.

SPOILER ENDE!

Es fällt mir selbst schwer, mir eine klare Meinung über diesen kontroversen Film zu bilden und ich rate daher jedem, sich selbst eine Meinung zu bilden.
Vier oder fünf Sterne scheiden für mich aus, diese gebühren allenfalls dem Prolog.
Auch faszinierte mich weniger der Film selbst, als dessen Deutung.
Daher vergebe ich drei Sterne.
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