"Traue nur dir selbst", diesen Untertitel wird jeder mehr als passend finden, der Startup gesehen hat.
Das Szenario:
Anfangs ist alles noch sehr harmonisch: 4 Computerfreaks wollen eine Firma gruenden und sich mit ganzem Herzen dem OpenSource (offengelegte Quellcodes) verschreiben - bis ein Anruf vom Software-Monopolisten Garry Winston alles aus der Bahn wirft. Er will zwei der vier Programmierer in seiner Firma als Programmierer einstellen - nicht ohne Hintergedanken, denn ohne die beiden wuerde er sein Projekt, ein Mediendaten-Ubertragungssystem, nicht rechtzeitig fertigstellen koennen. Dass die beiden Genies gerade an genau der selben Sache arbeiten, kommt ihm sehr zu Gute.
Jedoch hat nur einer der beiden Interesse an dem Angebot, der andere bleibt seinen Idealen treu, denn Winston's Firma entwickelt keinen OpenSource und betreibt Kapitalismus um jeden Preis.
Milo, so heisst der Interessent, zieht schon bald ins Sillicon Valley, um bei der Winston's Firma (N.U.R.V.) anzufangen, die anderen fahren mit der Firmengruendung ohne ihn fort.
Anfangs ist Milo sehr begeistert von seinem Arbeitsplatz und alles scheint ideal. Als jedoch sein Freund ermordet wird, kommt er langsam hinter die Machenschaften der Firma:
Geniale Programmierer werden skrupellos ermordet und deren Quellcodes gestohlen. Zur Kroenung kommt Milo dahinter, dass seine Freundin eine von N.U.R.V. bezahlte "Spionin" ist und im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass so ziemlich jeder darin verwickelt ist - er kann niemandem mehr trauen.
Wie's weitergeht, wird natuerlich nicht verraten. ;)
Meine Meinung:
Dieser Film ist schlichtweg genial!
Beim Eignungsgrad fuer das Publikum scheiden sich die Wege jedoch geringfuegig:
Der typische Computerfreak und somit zumeist auch Verschwoerungstheoretiker kommt voll auf seine Kosten. Ich persoenlich habe mir den Film schon ca. 10 mal angesehen und jedes mal wieder etwas neues, geniales entdeckt, was mir vorher verborgen blieb. Von Langeweile kann da wirklich keine Rede sein. Ein grosser Pluspunkt ist zudem, dass authentische Computer und Betriebssysteme benutzt werden - in manch anderen Filmen sind dies eher bunte 3D-Oberflaechen, die riesige Fehler anzeigen. ;) Dank enger Zusammenarbeit mit Linus Torvalds und dem GNOME-Entwicklerteam sind auf den Bildschirmen UNIX-Kommandozeilen und GNOME zu sehen. Auch sind ganz deutlich die beabsichtigten Parallelen zwischen Microsoft und N.U.R.V. erkennbar, genau wie die zwischen Garry Winston und Bill Gates. :)
(Kleiner Tipp fuer UNIX-Freaks: Schaut mal in die ab und zu gezeigten Quellcodes via Standbild - IMHO sind das Apache-Sourcen :D)
Der "Normalbuerger", der mit Computern nicht uebermaessig viel zu tun hat, kann durch diese Mittel natuerlich nicht begeistert werden. Nichtsdestotrotz war beispielsweise meine Mutter von der tollen und komplexen Handlung hin und weg. Auch die Darsteller spielen ihre Rollen perfekt. So muss der Garry Winston Darsteller glaubwuerdig den kindlichen Computerfreak und zugleich machtgierigen Kapitalisten mimen, was ihm ausgezeichnet gelingt. Wenn er sich den ganzen Film ueber mit Pringles vollstopft und Pepsi schluerft, muss man auch einfach grinsen. ;)
Fazit: Es ist einfach alles super konzipiert, die Story stimmt, das Flaire stimmt, die Darsteller stimmen und das Equipment ist authentisch. Vor allem das Ende ist auch unheimlich stimmig und man kriegt fast eine Gaensehaut - warum auch immer. :)
Ein Film der meiner Meinung nach seinesgleichen sucht.