Der Pate des Punk nennt sich Iggy Pop. So wie Künstlername und Image bei diesem Mann dermaßen differieren, so kann man sich fragen: Was ist dran an diesem Mann ? Warum eilt ihm dieser legendäre Ruf voraus ? Und worauf begründet sich eigentlich diese Legende ? The Stooges existierten nur wenige Jahre. Danach war Iggy Pop schon fast erledigt, nur David Bowie sorgte dafür, dass sein Freund nicht vor die Hunde ging und nahm ihn Mitte der 1970er mit ins Exil nach Berlin. Von da an ging's besser. The Passenger hat ihn gerettet, Bowie hat ihn gerettet, China Girl hat ihn gerettet. Nicht zuletzt durch David Bowies Version plus dazu passendem Videoclip mit sehr viel fernöstlicher Erotik. Diese Tantiemen müssen Iggy Pop in die Lage gebracht haben, das zu werden, wofür er heute hofiert und verehrt wird. Aber Iggy Pop ist mehr als nur ein wilder Punk, auch wenn er keine Gelegenheit auslässt, dieses Image auszuleben. Man schaue sich nur seinen Auftritt bei der Aufnahme von The Stooges in die Rock & Roll Hall of Fame an, die Mitte März stattfand. 1200 US$ Eintritt, um sich den zweifachen Mittelfinger entgegenstrecken zu lassen und um zu hören, dass Ron Ashton wohl da oben irgendwo sitzen, Martinis mit Brian Jones trinken würde und versuchen würde seine Zigarettenasche auf die Köpfe der Hall of Fame Gäste zu schnipsen . Hat auch was.
Auf dieser Compilation rahmen The Stooges den Lebenslauf des Iggy Pop ein. Die Hälfe von CD1 nehmen The Stooges ein. Und mit 1969, No Fun, I Wanna Be Your Dog, Search & Destroy sind auch die wichtigsten Titel vertreten, die nach wie vor zum Bühnenprogramm von Iggy Pop zählen. Zum Schluss von CD2 hört man mit Skull Ring noch den Vorboten der Neuformation von The Stooges nach gut 30 Jahren Pause.
CD1 widmet sich danach der Phase der Neuorientierung. Dort findet man u.a. die Songs Lust For Life, The Passenger und das bereits erwähnte China Girl.
CD2 wartet mit bekannten und erfolgreichen Songs der 80er und 90er auf. I'm Bored, Cold Metal, Wild America repräsentieren die Hardrocksongs, während die mehr Popmusik orientierte Phase mit Cry For Love, Home oder z.B. Candy vertreten ist. Pop war anscheinend auch ein gern gesehener Duettpartner, Kate Pierson und Debbie Harry sind hier ebenfalls zu hören. Natürlich wird man einem Künstler, der eine 40-Jährige Karriere und unzählige Alben vorweisen kann, auf einer Doppel-CD niemals gerecht, trotzdem bietet A Million In Prizes einen gelungenen Querschnitt durch fast alle Phasen der Musik von Iggy Pop. Die einfache Doppel-CD weicht im Tracklisting von dieser Version etwas ab, aber hier gibt es dafür noch eine DVD mit dem ca. 90-Minütigen Konzertmitschnitt Live At Avenue B, gefilmt in Brüssel am 2. Dezember 1999. Auch wenn das dazugehörige Album Avenue B seinerzeit mit gemischten Reaktionen aufgenommen wurde, bietet dieser Konzertmitschnitt Iggy Pop, wie man ihn so kennt. Pop tobt nach vergleichsweise ruhigem Beginn durch sein Repertoire, wie ein Berserker und seine damalige Tourband war auch nicht von schlechten Eltern. Ich sehe mir das immer wieder gerne an.
Wie gesagt, man kann auch auf die DVD verzichten und auf die DVD-freie Doppel-CD zurückgreifen. Schließlich ist das auch mitunter eine Preisfrage, das darf man nicht ganz außer Acht lassen.