Die Meinung von B. Schmiedel kann ich absolut nicht nachvollziehen. Das fängt mit der Kritik am Titel an. Wenn man das Debütprogramm 2010 des Verlags kennt, weiß man, dass alle 3 Titel Wortspiele aus dem Mix von Englisch und Deutsch darstellten: Anthology der Gier, Die. Gier, GreenSinn. Das muss einem nicht zwangsläufig gefallen, aber ist doch ein sehr subjektiver Kritikpunkt.
Was den Inhalt angeht: Das Themenspektrum der einzelnen Texte und Bilder reicht von Gier nach Macht und Geld über Gier nach Liebe, Schönheit bis hin zur Alkohol- und Spielsucht. Und das in Form von Prosa, Kurzkrimis, Lyrik und Bildern. Wie man das als einseitig und platt bezeichnen kann, ist mir ein Rätsel. Auf der Homepage des Verlags gibt es übrigens eine Leseprobe, da kann man sich vorab ein Bild machen.
Auch den Vorwurf der "ganzseitigen Anzeigen mitten im Buch" finde ich ziemlich ungerechtfertigt. Das Buch enthält ein Kapitel aus dem Roman Die. Gier, dass für sich alleinstehend ebenfalls Sinn macht und im Kontext Gier verständlich ist, und das meines Wissens ansonsten nirgends separat veröffentlicht wurde (also nicht Bestandteil einer veröffentlichten Leseprobe war). Dass man an der Stelle darauf hinweist, dass dieser Text aus einem Roman stammt, finde ich legitim.
Zuletzt wird selbst das Papier kritisiert, laut Verlagsseite 135g Fotopapier, das wohl genommen wurde, weil das Buch eine Vielzahl von Abbildungen enthält und durchgehend in Farbe gedruckt ist. Normalerweise wird - meines Wissens - bei Büchern 80g-Papier verwendet, so viel dazu.
Mir hat die Anthology der Gier auf jeden Fall ausgesprochen gut gefallen. Wie auf dem Buchrücken steht, wurden die vertretenen Künstler bei einem Contest aus einer Vielzahl von Einsendungen ausgewählt, ob der Kritik könnte man fast auf einen sehr schlechten Verlierer spekulieren.