Legacy, Nr. 50/07
Neue Band - neues Glück. Das dachten sich Anfang 2005 wahrscheinlich auch die damaligen Noch-Darkfall-Mitglieder Wolfgang Koch (Gitarre) und Daniel Haberl (Schlagzeug), als sie der Band den Rücken kehrten, um ihre musikalischen Vorstellung in einem neuen Rahmen präsentieren zu können. Erst vor einem guten Jahr konnten die Österreicher mit ihrem Demo "The Art Of Resistance" durchgehend hervorragende Kritiken einheimsen, und diese haben anscheinend das ihre dazu beigetragen, dass sich ein Deal mit Napalm Records eingestellt hat. Im Gegensatz zu den meisten neuen Thrash-Releases, die mehr und mehr mit Nu Metal oder Hardcore gestreckt werden, liefern WOLFPACK UNLEASHED wirklich noch feinste, an glorreiche Bay Area-Zeiten erinnernde Arbeit ab. Reminiszenzen an Größen wie Megadeth oder Metallica (zu ihren Anfangszeiten) sind nicht von der Hand zu weisen, wenngleich man hier keine Kopie der genannten Bands erhält, sondern lediglich das besondere Feeling früherer Tage in sich aufsteigen spürt. Vom druckvollen Opener weg stellt das Quartett ihr gutes Händchen für ausgefeilte und zudem melodiöse Songs zur Schau, wobei die nötige Portion Härte ebenfalls nicht zu kurz kommt. Im Mittelpunkt stehen jedoch die mitreißenden Riffs und eine gut eingespielte Rhythmusfraktion, die aus jedem einzelnen Song einen kleinen Ohrwurm zaubert. Doch auch im groovenden Midtempo ("Killing Fields" oder "Wolfpack Unleashed") fühlt sich die Mannschaft rundum wohl und legt dadurch einige wohl dosierte Tempowechsel an den Tag. Gänzlich überraschend ist der orientalische Beginn von "Religion Of Control", wobei der Song dann langsam aber sicher in die Gänge kommt und mit einem saftigen Riffgewitter die eingangs ruhigen Momente rasch weg pustet. Stilistisch etwas aus der Reihe tanzen WOLFPACK UNLEASHED mit "roica" da man sich hier beim Songwriting eher auf den klassischen Metal verlegt hat und der Track dadurch stellenweise vielleicht etwas weniger bissig als das restliche Material klingt. Leider besteht das hier vorliegende Debütalbum ausschließlich aus den schon im Demo vertretenen Songs, doch all jene, die bis jetzt noch nicht mit dieser Thrash-Hoffnung in Berührung gekommen sind, sollten die Gelegenheit nutzen und "Anthems Of Resistance" eine faire Chance geben. Ich bin mir sicher, dass viele Bands froh wären, wenn sie am Höhepunkt ihres Schaffens ein derartig faszinierendes Album abliefern könnten. WOLFPACK UNLEASHED stecken dagegen noch am Anfang ihrer Karriere, und somit darf man noch einiges für die Zukunft erwarten, weswegen ich punktemäßig auch noch ein wenig Luft nach oben frei lasse.