Was für eine Freude, als ich unlängst erfahren habe, dass von Filter ein neues Album rauskommen sollte. Nach dem Ausflug von Richard Patrick mit seinen "Army of anyone" (grandiose Scheibe übrigens), war ich echt gespannt, was man von Filter anno 2008 erwarten kann - auch, weil von der alten Filtermannschaft keiner mehr an Board war (wobei sich halt auch die Frage stellt, inwieweit sie ins Songwriting einbezogen wurden).
An und für sich sollte ja der Ausflug mit den DeLeo Brüdern ja das neue Filter Album werden, aber im Endeffekt - auch was die aktuelle Platte anbelangt - bin ich froh, dass sie dann unter einem All-Star-Projekt lief, da sie meines Erachtens nicht zu den anderen Filter Scheiben passt.
Auf der Homepage von Filter konnte man sich die erste Single "Soldiers of misfortune" anhören. Der Song ist auch der Albumopener und Patrick (oder wer auch immer die Single-Auskoppelungen entscheidet) hat ein Goldhändchen dafür. Den Videoklipp könnt ihr euch auf YouTube ansehen, sehr gelungen!
Als zweiter Track kommt dann mit "Whats next" ein ordentlicher Kracher mit einem grandiosen Refrain. "The wake" erinnert mich bis zum Refrain ein wenig an Audioslave, aber sonst ein sehr gelungener Song. "Cold" ist ein ruhiger normaler Filter Song ohne wirklich nennenswerten Höhepunkt, ebenso wie "Hatred is contagious", der aber eher im Gehör hängen bleibt.
Generell ziehen sich die ruhigeren Tracks durch das Album wie die nächste Stücke "Lie after lie" oder "Kill the day" - schöne rockige Tracks halt. Zum Kopfschütteln wirds wieder bei "Take", welchen man zwecks Abwechslung ruhig ein wenig früher platzieren hätte können. "I keep flowers around" fängt wie man anderer Filter Track mit der Bass-Line und experimentellen Sounds an, aus dem Refrain hätte man jedoch mehr holen können.
Hoffentlich als zweite Single und für mich ein absoluter Filter klassischer Song ist der nächste Track "In dreams", solche Songs hätten ruhig vermehrt auf dem Album sein können :) Dann kommt wie auch auf den letzten Filter Alben vorzufinden, eine, ich sag mal "Ballade". War es bei "Title of record" das einzigartige untopbare "Take a picture" und auf "The amalgamut" "The missing" findet sich auf der aktuellen Scheibe der Song "Only you" wieder - sehr gelungen. Zum Abschluss gibts mit "Can stop this" noch einen experimentellen Track, der somit ein schönes, vermehrt ruhiges Filter Album abschließt.
Fazit: Ich bin kein großer Fan von Aussagen "schlechter oder besser als das und das Album", oder irgendwelchen Vergleichen, da ich an und für sich der Meinung bin, dass jedes Werk für sich stehen sollte. Sicher, wenn ich ehrlich bin, gefällt mir "The amalgamut" mehr und an "Title of records" kommt die Scheibe garantiert nicht an, schon alleine wegen unvergesslichen Tracks wie "Take a picture" "The best things" "Its gonna kill me" oder "Skinny".
Aber ich erfreue mich einfach der Tatsache, dass uns Herr Patrick (überraschenderweise, denn damit hätte ich echt nicht gerechnet, eher mit einem zweiten "Army of anyone" Longplayer) mit einem neuen Filter Album beehrt und hoffe, dass die Konzerte in London, bei Rock am Ring und im Park nicht die einzigen für heuer in Europa gewesen sind!