Mit der dritten Episode der "Antares"-Reihe verfolgt Leo größtenteils die Fahrt der gestrandeten Menschen zurück ins sichere Basislager. Kim Keller steht dabei im Vordergrund; die junge, attraktive Frau scheint wirklich ein Abonnement auf Unglücke aller Art zu haben. Jedoch hat Kim dabei auch häufig Glück im Unglück - so bleibt es für den Leser immer spannend und für Kim glücklicherweise meistens nicht lebensbedrohlich.
Leo fokussiert in diesem dritten Band sehr stark die zwischenmenschlichen Beziehungen. Zwar muss sich die kleine Reisegruppe auf dem Weg in die scheinbare Sicherheit den Gefahren der Natur Antares' stellen, jedoch überstrahlen und auch überschatten die zwischen den Gruppenmitgliedern entstehenden Beziehungen und Konflikte die Begegnungen mit der zweifellos gefährlichen Tier- und Pflanzenwelt des Planeten.
Kims fast unheimliche Anziehungskraft schlägt auch erneut ein und sorgt damit für Konfliktpotential in der Gruppe. Die besondere Situation aber, in der sich alle befinden, führt wiederum auch zu einem näherem Kennenlernen der einzelnen Charaktere untereinander - wovon der Leser natürlich auch sehr profitiert. "Antares Episode 3" ist nicht der Band der großen Überraschungen, aber trotzdem bringt er die gesamte Geschichte ein großes Stück voran. Erstaunlich, wie Leo es mit seinen manchmal fast naiv und simpel wirkenden Zeichnungen schafft, selbst die größten und gefährlichsten Tiere in den Hintergrund treten zu lassen - einfach durch eine unglaublich einfühlsame und tiefgehende "Zeichnung" seiner Charaktere. So klar und natürlich seine Illustrationen der Personen sind, so echt sind auch die von ihm erschaffenen Persönlichkeiten - wohlgemerkt, allesamt echte Persönlichkeiten, keine davon ist einfach so austauschbar, sei ihre Rolle auch noch so klein.
Auch Band 3 kommt am Ende nicht ohne Cliffhanger aus - die nächste Episode sollte also besser schon zur Hand sein. Insgesamt ist dies mal wieder Sternenkolonie-SF auf höchstem Niveau und es bleibt spannend!