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Anständig wirtschaften: Warum Ökonomie Moral braucht
 
 
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Anständig wirtschaften: Warum Ökonomie Moral braucht [Gebundene Ausgabe]

Hans Küng
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Piper (September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492054242
  • ISBN-13: 978-3492054249
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 290.686 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Eine Handlungsempfehlung für Führungskräfte, aber auch für jeden Einzelnen im Team ist entstanden. So dicht geschrieben, wie es irgend ging. Küng ist mit seiner Mahnung ein Werk gelungen, das ähnliche Bedeutung erlangen könnte, wie Christ sein.« Süddeutsche Zeitung

Kurzbeschreibung

Wer könnte diese drängende Frage besser beantworten als Hans Küng? Seit er 1990 ein gemeinsames Weltethos vorgeschlagen hat (die Übersetzung liegt in 22 Sprachen vor), beschäftigt er sich mit dem Problem des gerechten Wirtschaftens. Der Sozialismus ist abgewirtschaftet, der Kapitalismus steckt in einer Krise – gibt es einen dritten Weg? So einfach ist es nicht, sagt Hans Küng. Er fragt nach den Grundlagen der Globalisierung ebenso wie nach der moralischen Begründung des Gewinns und den wahren Kosten der Marktwirtschaft. So plädiert er für einen Wertekanon, der dem Einzelnen wie der Gesellschaft insgesamt sagen kann, was »anständig« ist in der Wirtschaft – und was nicht.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Kindle Edition
Dieses Buch sieht die Fehler der globalen Krise als das Ergebnis zweier Fehlentwicklungen, gespeist aus dem a) Glauben an unendliches Wachstum und der Tatsache, dass b) freie Märkte schon alles (ohne Lenkmechanismen) regeln würden. Tun sie nicht, im Gegenteil, es ist so, dass eine starke ethische Rahmenordnung schon immer zu stabileren Märkten führte bzw. diese zusammenhielt. Der Glaube an die Alles-Machbarkeit der frei floatenden Gloablisierung erfährt heute eine Schockstarre aller im Angesicht der Gier internationaler Finanzspekulanten, in die Welt gefahren wie einst die britische Hochseeflotte von England bzw. die Taten von Thachter und Reagan Anfang der 80er Jahre.

Ludwig Ehrhard als ein Verfechter der sozialen Marktwirtschaft hat durch eine starke Grundorientierung an moralischen Werten in Deutschland den Aufschwung unterstützt, sein Ende und der Glaube an die Allzeit-Absicherung von der Wiege bis zur Bahre haben letzten Endes zur Sattheit und Inflexibiltität geführt. Gepaart mit schnellem Aktienreichtum stehen wir heute vor den Scherben dieser gesellschaftlichen Vorgehensweise, die mit Gerhard Schröder ab 2002 sämtliche Schleusen für Finanzderivate aller (auch der hochspekulativsten) Art geöffnet hatte. Spekulationen der Banker haben nichts mehr (oder nur am Rande) mit der Realwirtschaft zu tun, der sie zu dienen hatten - ursprünglich. Der Weg zurück ist mühsam und steinig, er hat viel mit Verzicht und der Hinwendung zum einfachen, natürlichen Leben zu tun, das auch durch Massenmedien verblödet und zerstört wurde (und täglich wird).

Hans Küng beschreibt die Entwicklung wirtschaftlicher Theorien von Anfang an und verweist auf eine Reihe von Wegbegleitern, Mitstreitern, wie z.B. auf dieses Buch: Totalitarian Dictatorship and Autocracy. Brezinski war Sichereitsberater des Präsidenten J. Carter und hat m.E. die heutigen Probleme schon in den 90ern treffend diagnostiziert.

Der Neoliberalismus kam durch eine weitverzweigte Gläubigerschar (vor allem in den Medien) über uns. Er bediente sich des reichen Schatzes bürgerlicher Platitüden: z.B. Freiheit, Selbstbestimmung, individuelle Werte, Aufstiegschancen. Die CDU schlachtete dafür ihren größten Aktivposten: Ludwig Erhard bzw. die Zusage, dass Globalisierung eine logische Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft sei. Küng beschreibt die Ziele von Ludwig Erhard und seine Vorgehensweise. Allein dafür wäre dieses Buch lesenswert.

Die Politik hat NICHT den Auftrag, Märkte zu stabilisieren, sondern den Marktbeteilgten klare Leitplanken zu setzen, damit nicht ganze Staaten in den Abgrund spekuiert werden, um dann den sozialen Kapitalismus zu praktizieren: d.h. uns alle zahlen zu lassen. Vor diesem Hintergrund ist dieses Buch ein zutiefst politisches Werk, das in allen Parteizentralen täglich diskutiert werden müsste.

Das Weltethos von Hans Küng hört sich gut an, jeder Satz ist richtig. Man fragt sich allerdings, ob in Zeiten, wo Menschen das Grundgesetz für Unternehmen nicht mehr als gültig erleben und multinationale Konzerne längst eigene Grundgesetze verabschieden und weltweit durchsetzen, diese Gedanken überhaupt noch Gehört finden. Ich fürchte nicht, bevor es zu spät ist.
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Für Ethik von oben 23. Oktober 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Küng plädiert für ein anständiges, ethisches Wirtschaften. Er zeigt auf, dass rücksichtsloses Profitstreben und Gier fatale Folgen haben können. Seine Argumentation baut er auf dem - sehr lobenswerten - Grundgedanken der Weltethos-Idee auf, also der Notwendigkeit, zwischen den verschiedenen Religionen und Weltanschauungen einen ethischen Minimalkonsens zu finden, auf dessen Grundlage ein harmonisches Zusammenleben der Menschheit möglich ist.

Leider bietet das Buch denjenigen Lesern, die sein Weltethos-Buch oder seinen Bestseller "Was ich glaube" gelesen haben, wenig Neues.

Gern erzählt Küng von seinen Kontakten zu Spitzenpolitikern, führenden Ökonomen oder Firmenchefs. Er versäumt es nicht, lange Listen von Persönlichkeiten zu veröffentlichen, die an Konferenzen oder Arbeitsgruppen zu wirtschaftsethischen Themen teilgenommen haben. Sein Buch ist anscheinend - auch wenn Küng selbst vielleicht anderer Meinung ist (S. 296) - vor allem an die Mächtigen dieser Welt gerichtet. Das Manifest "Globales Wirtschaftsethos", das den Abschluss des Buches bildet, wurde von ihm gemeinsam mit Firmenchefs erarbeitet; Arbeitnehmer und Gewerkschaften blieben offensichtlich außen vor.

Möglichkeiten, die sich durch konstruktives Verhalten von Konsumenten bieten, deutet Küng allenfalls am Rande an. Nützlich wären auch persönliche Kontakte zu gewöhnlichen Arbeitnehmern - etwa zu Bankangestellten, die vor lauter Verkaufsdruck und Provisionsvorgaben geradezu gezwungen sind, komplizierte Finanzprodukte und Versicherungen auch dann zu verkaufen, wenn sie dem Kunden wenig Nutzen bieten. Küngs Manifest wendet sich zwar gegen eine "gezielte Schädigung" von Geschäftspartnern (S. 307), geht aber kaum auf die Grauzone der eventuellen Schädigungen durch das Streben nach eigenem wirtschaftlichen Vorteil ein.

Das Wort "Zivilcourage" erwähnt Küng nur einmal nebenbei (S. 301). Er geht nicht konkret auf die Frage ein, wie sich ein Angestellter verhalten soll, wenn er bei seinem Arbeitgeber unethisches Verhalten bemerkt oder gar selbst darunter leidet, und welchen Beitrag z.B. die Gewerkschaften oder die Politik hier leisten können. Spannend wäre auch die Frage, inwiefern ein "anständiges Wirtschaften" auch in weniger ethischen Wirtschafts­zweigen wie der Tabak- oder Rüstungsindustrie möglich ist. Sicher wäre in manchen Branchen aus ethischer Sicht ein Umsatzrückgang von 50-100 % wünschenswert.

Begriffe wie "Fairer Handel" oder "Social Banking" habe ich in dem Buch nicht gefunden. Küng hat damit die Chance verpasst, mit seinem Buch unmittelbar gewisse Trends zu unterstützen, dank derer zumindest einige wachsende Teilbereiche der Wirtschaft recht anständig sind. Jeder einzelne kann hier einen Beitrag leisten. Es wäre daher sinnvoll, neben den Mächtigen dieser Welt auch die einfache Bevölkerung stärker in Überlegungen für ein anständiges Wirtschaften einzubeziehen. Denn viele engagierte Gruppen - von der Eine-Welt-Bewegung über Weltföderalisten bis hin zur Esperanto-Bewegung - mussten in der Vergangenheit immer wieder erfahren, dass man von den Inhabern der politischen und wirtschaftlichen Macht nicht allzu viel erwarten darf. Viele Politiker würden sich nur dann entschieden für mehr Ethik in der Wirtschaft engagieren, wenn es ihnen mehr Stimmen und Parteispenden einbringt, und so mancher Unternehmer oder Manager würde Küngs Manifest für "Globales Wirtschaftsethos" nur dann gern unterschreiben, wenn er dadurch keinen wesentlichen Rückgang von Umsatz und Profit befürchten muss. (Die Formulierungen im Manifest sind daher wohl bewusst sehr weich gewählt.) Bestrebungen nach einem Wirtschaftsethos sollten sich folglich stärker an Wähler und Konsumenten wenden.

Auch die Chancen, die sich durch eine Einführung bzw. Stärkung von demokratischen Strukturen auf Weltebene bieten, behandelt Küng nur unzureichend. Weltföderalistische Ideen spricht Küng eher oberflächlich, teilweise negativ und vielleicht sogar voreingenommen an (S. 271), obwohl sich gerade hier neue Perspektiven für ein globales Wirtschaftsethos bieten würden. Das Komitee für eine demokratische UNO bringt hier positive Ansätze, die Küng unerwähnt lässt.

Enttäuschend ist auch, dass Küng darauf hinweist, der Global Marshall Plan sei schwer zu realisieren (S. 182). Schöner wäre es, er würde hervorheben, dass es - in einer Welt, wo immer noch täglich rund 25.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben - geradezu unsere moralische Verpflichtung ist, an dessen Verwirklichung zu arbeiten.

Der Wert von Küngs Buch liegt weniger in dem Aufzeigen konkreter Auswege als darin, dass es zum Nachdenken über Probleme von hoher Wichtigkeit anregt. Küng fordert "verbindliche ethische Standards in der Weltwirtschaft" (S. 287), möchte sie aber anscheinend in erster Linie durch einen "Appell zur Selbstverpflichtung" (S. 295), also ein freiwilliges (unverbindliches?) Bekenntnis der Machthaber zu einem globalen Wirtschaftsethos durchsetzen. Ein solches Bekenntnis kann jedoch nur ein erster Schritt sein - so wie die Siemens AG zwar umfangreiche Seiten zu Themen wie "Nachhaltigkeit" oder "Werte und Vision" ins Netz gestellt hat und trotzdem vom Bündnis erlassjahr.de nicht unverdient die Auszeichnung "Hai des Jahres 2010" verliehen bekam.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Typisch Küng 23. August 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Schon sein Buch "Der Anfang aller Dinge" überraschte durch die Darstellung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, die man einem Theologen nicht zutraut. Aber genau das macht Küng auch jetzt wieder aus. Er beschreibt die Zustände unserer heutigen Wirtschaft sehr präzise und pointiert aus der Sicht eines Theologen und kommt zu Erkenntnissen, die eigentlich die Wirtschaftswissenschaftler referieren müssten. Sehr lesenswert und auch für den Oberstufenunterricht in Abiturklassen geeignet, wenn man fächerübergreifend (VWL, Religion, Wirtschaftsethik) unterrichten möchte.
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