Als kleiner Modellbaufreak habe ich viel mit Akkus zu tun. Und weil mich manche der kleinen Energiespender von Zeit zu Zeit schon im Stich ließen und so manchen Crash zu verantworten hatten, habe ich mir deshalb vor einiger Zeit eine Akku-Teststation von ELV (8500 Expert) geleistet. Damit kann ich meine ganzen Akkupacks und Einzelakkus auf Kapazität, Innenwiderstand und Selbstentladung prüfen, was so die wichtigsten Eigenschaften bei Akkus sind. Beim Innenwiderstand sind geringe Werte besser - dann können die Akkus höhere Ströme liefern.
Was ich bei den Racing-Akku-Packs festgestellt habe: es gibt riesige Unterschiede in der Qualität und der Lebenserwartung (Anzahl der möglichen Aufladungen), aber auch im Preis.
Ausgestattet mit meiner neuen Teststation wollte ich jetzt wissen, ob das auch bei Mignon (AA) Akkus so zutrifft. So habe ich mir die Zeit genommen und 5 Sätze Akkus (je 4Akkus) von verschiedenen Marken getestet. Dabei waren sehr günstige 'noname Akkus': 2700mAh Maxcell und 3200mAh Profitexx und etwas teuere Marken-Modelle: Ansmann 2700mAh, Hähnel 2700mAh, GP 2700mAh
Wie erwartet gab es bei den Messungen Unterschiede, aber dass diese so deutlich ausfallen würden hatte ich nicht erwartet.
Im einzelnen:
Die 3200mAh bei PROFITEXX entpuppten sich als absolutes Mogelpaket. Tatsächlich lag die Kapazität bei den ersten Messungen zwischen 1800 und 2300mAh und der Innenwiderstand bei 25 - 30mOhm nach 25 mal Laden/Entladen zwischen 1300 und 1600mAh und der Innenwiderstand bei 80mOhm nach 50mal hatten die Akkus noch etwa 300mAh, Innenwiderstand etwa 200mOhm.
Also für einen Stromfresser wie eine digitale Kamera sind sie damit nicht mehr zu gebrauchen - Schrott
Eine noch geringere Kapazität hatten die 2700er MAXCELL: 1500 - 1800mAh. Ist das nicht eine Frechheit? Ein schwacher Trost ist die Tatsache, dass die Zellen auch nach 50 maligem Laden immer noch 1400 - 1700mAh hatten und der Innenwiderstand "nur" 40mOhm betrug.
Besser, wenn auch nicht richtig gut, machten es die Akkus von GP und HÄHNEL. Bei beiden lag die gemessene Kapazität anfänglich zwischen 2250 und 2400mAh und sie ging auch langsamer zurück. Nach 50 Zyklen immer noch 2100 - 2200mAh. Der Innenwiderstand war mit etwa 30mOhm am Anfang und 35mOhm nach 50x Laden auch noch im grünen Bereich.
Als klare Sieger gingen in meinem Test die Akkus mit 2700mAh von ANSMANN hervor. Mit gemessenen 2570-2620mAh liegt Ansmann ziemlich nahe am aufgedruckten Wert und genau diese Kapazität war auch nach 50 maligem Laden noch drin. Auch beim Innenwiderstand quasi keine Veränderung: 22-25mOhm am Anfang, 24-27mOhm am Ende. Top.
Zum Schluss wollte ich noch die Selbstentladung testen. Also die Akkus wieder aufgeladen, 2 Wochen liegen gelassen und dann wieder Entladen. Was war jetzt noch drin? Maxcell etwa 1300mAh(85%),
GP etwa1900mAh(88%), Hähnel etwa 1750mAh(82%) und Ansmann noch 2300mAh(90%). Es geht also beim Rumliegen tatsächlich Ladung verloren.
Mein Fazit: Hände weg von Billigakkus, denn diese können wirklich nur billig. GP und Hähnel Akkus sind da schon besser, kommen aber nicht an die Zellen von Ansmann ran.