Der Stromverbrauch der K 10D war nicht der primäre Grund, mich für die Anschaffung eines Batteriehandgriffs für meine Pentax zu entscheiden. Vor allem der am Griff angebrachte, zusätzliche Auslöser hatte es mir angetan. Er ist ein echtes Plus bei Hochformataufnahmen. Zudem: Ein bisschen (Strom)Reserve schadet nie.
Da zwischen dem Original von Pentax und dem Zubehörgriff von Ansmann, trotz der optischen Ähnlichkeit preislich Welten liegen (teilweise über 60 Euro), war für mich die Sache schnell klar. Der Ansmann wurde bestellt.
Beim Auspacken fällt auf, daß der Ansmann P 10D, im Gegensatz zum Pentax Originalgriff nicht halb so aufwendig abgedichtet ist. Aber irgendwo muss der Preisunterschied auch "sichtbar" werden. Spürbar ist er jedenfalls. Die Haptik des P 10D ist mit der des edlen Pentax Gehäuses nicht vergleichbar. Die Spaltmaße des Gehäuses wecken Erinnerungen an längst vergangene Kunststoffverarbeitungszeiten. Der Akkuschacht wirkt klapprig. Die Schalter und die Verschlüsse sind leider nicht so hochwertig wie beim Pentaxoriginal. Allerdings finde ich die Idee der integrierten Reservehalterung, für eine weitere SD Karte im Akkufach Superklasse(hat der Original auch). Weiteres Plus: Der Gummi der den Anschlußschacht der Kamera gegen Feuchtigkeit und Staub abdichtet, findet ebenfalls Platz im Ansmann und läuft so nicht Gefahr verloren zu werden.
Funtionell ist der Griff 1a. Er passt und ist mit der beidseitig zugänglichen Rändelschraube leicht zu befestigen. Der Ansmann hat neben dem Auslöser für Hochformataufnahmen einen zusätzlichen On/Off Schalter für den Griff. D.h. immer den Hauptschalter der Kamera einschalten sonst geht gar nix. Der Griff kann dann zusätzlich aktiviert werden. Ich finde das ist eine gute Maßnahme um unnötige Fehlauslösungen zu vermeiden. Die Belichtungsvorschau der K10D funktioniert ebenfalls über den On/Offschalter des Griffs. Zudem hat der Ansmann beide Rändelräder für Blende/Zeit, die Belichtungstaste +/- und den AE-L Schalter am Griff.
Geliefert wird der Ansmann Batteriegriff mit einem 1400mAh Akku und einer mageren Bedienungsanleitung, die Kenntnisse über die Kamerabedienung vorraussetzt. Zusammen mit dem kameraeigenen Akku(1650mAh) dürften so knapp 1000 Fotos mit einer (Doppel-)Akkuladung zu erreichen sein.
In der Handhabung an der Kamera ist der Ansmann super. Die Kamera "liegt" vor allem mit größeren Brennweiten stabiler und das Fotografieren von Motiven im Hochformat wird durch den P-10D spürbar erleichtert. Vorrausschickend sei gesagt, daß sich das Gewicht und die Maße der nicht gerade kleinen K10D nochmal deutlich erhöhen. Auf Reisen würde ich auf den Griff gänzlich verzichten und nur den Reserve Akku mitnehmen.
Fazit: Für das Preisleistungsverhältnis, die Funtionalität und seinen Detaillösungen kann es für den Ansmann nur 5 Sterne geben. Allerdings hat mich das lapprige Gehäuse mit seinen Spaltmaßen "Made in PRC", sowie den etwas hakeligen Drehrädern und windigen Schaltern so gar nicht überzeugt. Für "Fotoisten" die eine gut abgedichtete Kamera brauchen, bzw Wert auf diese Detail legen ist der Ansmann nicht geeignet. Für Ästheten ist der Ansmann gar ein Graus. Wer Kompromisse nicht mag sei deswegen der originale Pentax D BG-2 ans Herz gelegt. Denn merke: Qualität muss eben bezahlt werden.
Für mich als "Hobbyknipser" ist er allerdings ausreichend und eine brauchbare Zubehöralternative mit gerade noch verzeihbaren (Verarbeitungs-)Schwächen. Deswegen gerade noch 4 von 5 Möglichen.
Nachtrag:
Die "gerade noch verzeihbaren Schwächen" haben mich auf Dauer dann doch genervt. Ich habe den P 10D Pro verkauft und verwende nun das zwar fast doppelt so teure, dafür hochwertig verarbeitete Original von Pentax.