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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kunst befreit zur heilenden Erinnerung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Anselm Kiefer (Broschiert)
Erstmals gewinnt ein bildender Künstler den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Der französische Kunsthistoriker Daniel Arasse hat mit der vorliegenden Monographie einen umfassenden Überblick der unterschiedlichsten Darstellungsformen des Künstlers vorgelegt.
Die Grenzen zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland sind ein typisches Beispiel dafür, welche Spuren eine in Unfrieden geschaffene Mauer hinterlässt. Ihre Ruinen wurden von Mauerspechten und Sprayern kreativ genutzt, um Denkmäler zu gestalten. Anselm Kiefer fühlt sich mit der Natur auf geheimnisvolle Weise verbunden. Steine können ihm zufolge in mythologischem Sinne ruinöse Erinnerungen einer zerrissenen Gesellschaft speichern. Im Inneren der Materie sei die Geschichte der Menschheit atomar gespeichert, argumentiert er. Sein Anliegen ist es, durch Skulpturen, Aquarelle, großflächige Gemälde sowie Fotographien Erinnerungen wachzurütteln, Verdrängtes ans Tageslicht zu bringen. Von Menschen in Ungerechtigkeit geschaffene Grenzen, verletzen die menschliche Seele nachhaltig. Anselm Kiefer fördert mit seinen Werken die Phantasie, Grenzen der Illusion zu überschreiten, um die befreiende Wirklichkeit offenzulegen. Das heißt nicht grenzenlos zu leben, sondern sinnstiftend Grenzen zu setzen. Wer Grenzen gestaltet und die Grenzen anderer unter Achtung ihrer Würde respektiert, der fördert den Frieden. Der Sammelband von Daniel Arasse weitet die Sicht der Leser und Seher mit dem Blick eines Historikers. Der Autor ermutigt und beflügelt den Spuren Anselm Kiefers zu folgen. Wer sich für die Werke des Künstlers öffnet, den können sie von verdrängtem Schmerz befreien, weil das Thema Grenzen so vielfältig beleuchtet wird. Bausteine der Poesie fügen sich nahtlos in seine Gebilde ein. Die Entscheidung der Jury des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, ihren Friedenspreis an einen bildenden Künstler zu vergeben ist mutig. Bücher beinhalten jedoch nicht nur Buchstaben und Bilder können bekanntlich mehr als tausend Worte sagen. Mich sprechen naturgemäß nicht alle Werke sowie Aktionen des Künstlers gleichermaßen an. Meiner Toleranz dienen sie jedoch als Sprungchance. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Faszination begreifbar machen,
Von Detlef Rüsch "detlefruesch" (Freising, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (#1 HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Anselm Kiefer (Broschiert)
Grau, erdfarben, weiß, metallen: in dieser Farbtonpalette präsentiert sich überwiegend die Kunst von Anselm Kiefer, welche in einer faszinierenden Fülle an Umsetzungs- und Gestaltungsphänomenen zum Ausdruck kommt. Nur selten wird diese Farbenwahl variiert mit grellem Rot, Blau oder Gelb. Ob nun Aquarell, Skulptur, Photographie, Gemälde, Gouache, Buch und Installation: Die mediale Vielfalt in seiner Kunst ist gewaltig und von enormer Expressionskraft. Voller Energie zeigen sich seine Kunstwerke, die in dieser Monographie hervorragend in Szene gesetzt worden sind.
Die sehr gut arrangierten - oft seitengroß berücksichtigten - Bilder und Photographien fügen sich hervorragend in die ausgewogen klaren Textpassagen hinein und überzeugen durch die - bei dem günstigen Preis - beachtenswerte Qualität des Farbdrucks. Das Werk Anselm Kiefers wird vom Beginn an auf der 39. Biennale in Venedig im Jahr 1980 sehr eindrücklich dargestellt. Gerade die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und die Umsetzung in der Kunst wird in den fundierten Ausführungen des Kunsthistorikers Daniel Arasse (der 2003 verstarb) äußerst hilfreich analysiert. Sicherlich ist die Kunst von Anselm Kiefer nicht immer eine "leichte Kost": Sie macht betroffen, fordert heraus und ruft auf zur klaren Auseinandersetzung mit Vergangenem (und Künftigem). Mit dieser ersten Monographie, welche erstmals 2001 erschien, wird die Entwicklung Anselm Kiefers klar beschrieben. Eine gelungene Annäherung an den Künstler und sein Werk, das wahrlich vielfältig und -seitig ist. Man hätte sich einige zusätzliche Informationen zu Anselm Kiefers Biographie gewünscht. Ansonsten aber wird die Leser- (und Betrachter-) schaft umfassend informiert über die Bibliographie zu seinem Werk und wird dem Verzeichnis der abgebildeten Werke (welche ohnehin schon gut beschriftete worden sind) und der Auflistung seiner Einzel- und Gruppenausstellungen hervorragend versorgt.Wie die einzelnen Abschnittstitel (Labyrinth, Venedig 1980, Bücher I und II, Gedächtniskünste, Paletten, Trauer, Verschiebungen, Blei, Zeitraster und "Etwas Elementares" aufzeigen: hier wird Anselm Kiefer in all seiner Vielfalt deskünstlerischen Schaffens authentisch und würdig präsentiert. Mögen viele Kunstliebhaber/-innen sich ersättigen an diesem Band, der die "Faszination Kiefer" wirklich begreifbar macht! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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