Wer möchte nicht die richtige Balance zwischen seinen Stimmungen finden? Über die Kunst Gegensätze auszugleichen, schreibt Anselm Grün in seinem Buch. Er beschreibt Gegensatzpaare des alltäglichen Lebens und führt dazu geistliche Werkzeuge an, diese miteinander zu vereinen:
- Offenheit verlangt nach Treue zu sich selbst
- eigene Zeit steht den Erwartungen anderer gegenüber
- Hingabe erfordert Abgrenzung
- Verantwortung übernehmen, dennoch Aufgaben abgeben
- gerne arbeiten ohne sich in der Arbeit zu verlieren
- wachsam sein, aber nicht vorschnell entscheiden
- eigene Werte spüren, statt andere zu beurteilen
- sinnvoll für Ziele kämpfen, um den Frieden zu erreichen
Indem wir Gegensätze ins Gleichgewicht bringen, erweitern wir unseren Horizont. Es ist, als würden wir die Arme einer Pendelwaage verlängern und damit unseren Wirkungskreis vergrößern. Wen die Gegensätze zu erdrücken scheinen, dem wird die Stille ans Herz gelegt. In ihr offenbart sich Gottes helfende Nähe.
Mir gefällt die Kombination zahlreicher Beispiele mit anschließender Zusammenfassung wesentlicher Aussagen. Pater Anselm empfiehlt, notwendigen Konflikten nicht auszuweichen. Oft führt nur ein durchgestandener Konflikt zu einer wirksamen Lösung. In Grenzsituationen sollten wir prüfen, ob es sich zu kämpfen lohnt. Immer gilt der Grundsatz: Das Ziel ist nicht das Kämpfen. Das Ziel ist der Friede.