Ich freue mich immer wieder, wenn Menschen neben Familie und Beruf die Zeit finden, Ihr Wissen in Büchern nieder zu schreiben und anderen zur Verfügung zu stellen. Um so erfreulicher ist es, dass Uwe Pilz dieses konsequent so umgesetzt hat, wie er sich ein Einsteigerbuch für Astronomie vorstellt. Kein Einheitsbrei, sondern ein Aufbau und ein Layout der besonderen Art. Uwe Pilz seinen eigenen Stil gefunden. Zugegeben, es ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man Bildunterschriften als Fußnote findet und Fotos aus dem allgemein üblichen rechteckigen Satzspiegel herausragen, aber warum nicht? Das Bild erscheint aufgelockert und interessant.
Schon beim ersten Durchblättern lässt sich erahnen, dass wir es mit einem Autoren zu tun haben, der sich selbst hart durch die Anfänge der Himmelskunde kämpfen musste: per aspera ad astra (auf rauhen Wegen zu den Sternen). Uwe Pilz hat es geschafft und ist Fachgruppenleiter im größten deutschen Astronomieverein, dem Verein der Sternfreunde e.V. Seinen Weg in den Kosmos beschreibt er in seinem Buch lebendig und kompetent. Detailliert und hervorragend illustriert werden die wichtigsten Sternbilder des nördlichen Himmelsphäre und wie man sie findet erläutert. Ausführlich widmet sich der Autor auch der Frage, welches Fernrohr für den Leser passend ist und wie man es aufstellt, um dann auch damit Freude zu haben.
Wenn man die Frage beantworten müsste, ob der Text oder die Graphiken besser gelungen sind, würde ich mich für Letzteres entscheiden. Uwe Pilz hat alle Graphiken selbst erstellt und das merkt man im positiven Sinne. Sie sind nicht überladen und enthalten sehr übersichtlich genau die Informationen, die der Einsteiger benötigt. Dazu kommen zahlreiche Zeichnungen von Himmelsobjekten. Fantastisch! Auch der Rezensent fing vor vielen Jahrzehnten einmal mit dem Zeichnen von Mondkratern, Planeten und Sonnenflecken an. Toll, dass im Zeitalter der Digitalfotografie Uwe Pilz den Mut hat, das Zeichnen mit Bleistift hervorzuheben. Hier avanciert die Seite 82 zu meiner Lieblingsseite.
Der größere Teil ist der Praxis gewidmet, zu Beginn macht er uns mit etwas Hintergrundtheorie vertraut. Das es sich hierbei nur um einen groben Umriss handelt, stört nicht. Schließlich gibt es zur Vertiefung der theoretischen Kenntnisse genügend andere Bücher. Uwe Pilz will die Lücke zwischen dem Nichts und den Büchern für Fortgeschrittene füllen, er möchte den echten Einsteiger ein Hilfsmittel in die Hand geben, sich am Himmel zurecht zu finden. Ob ihm dies gelingt, vermag ich als langjähriger Experte nur schwer zu beurteilen. Das müssen die kosmischen Einsteiger selbst tun, nachdem sie sich mit dem Buch den Himmel erobert haben. Ich bin da aber von fester Überzeugung und Zuversicht, dass Uwe Pilz durch das Buch viele Freunde gewinnen wird. Ich wünsche es ihm.
Bei der Bewertung schlägt das Engagement des Autors und die sehr ansprechenden Bilder mit 5 Sternen klar zu Buche. Das Layout mag für einige Leser etwas gewöhnungsbedürftig sein, die Texte sind noch ein wenig steigerungsfähig, sodass hier die 5 Sterne nur mühevoll erreicht werden. Es gibt aber dennoch keinen Grund, dem Buch nicht die Höchstbewertung zu verleihen. Herzlichen Glückwunsch.