Wie in seinem ersten Drama „Interiors" (Innenleben), 1978, hat sich Woody Allen auch bei „Another Woman" („Eine andere Frau"), 1988, in Stil und Thematik von Ingmar Bergman inspirieren lassen:
Marion (Gena Rowlands), eine erfolgreiche, selbstbewußte New Yorker Philosophieprofessorin, wird durch die Begegnung mit einer Fremden (Mia Farrow) aus der Bahn geworfen. Sie stellt ihr bisheriges Leben, ihre Beziehungen in Frage. In einem kongenialen Stil, in dem Vergangenheit und Gegenwart, Dialog und Erzählung, Wirklichkeit und Traum miteinander verbunden sind und wie er selten in amerikanischen Filmen zu finden ist, inszeniert Woody Allen ein existentielles Drama von eindringlicher Kraft.
Der puristische, strenge Stil und v.a. die Anlehnung an Ingmar Bergman wird viele Betrachter verwundern, die Woody Allen „ nur" als Komödianten kennen. Doch gelingt es dem Großmeister der Komödien auf beeindruckende Art und Weise, Bergmans Stil zu adaptieren und ein weiteres Mal zu beweisen, daß er auch Dramen meisterhaft inszenieren kann.
Was als u.U. etwas irritierend empfunden werden kann, ist die sehr offensichtliche Orientierung des Regisseurs an seinem Vorbild, die manche Kritiker als plagiatorisch bemängelten. Andererseits: warum sollte man einem Altmeister wie Ingmar Bergman nicht nacheifern, wenn es auf so hervorragende Weise gelingt wie Woody Allen bei „Another Woman"?
Negativ an der technischen Ausführung zu bemerken ist, daß es zwar eine deutsche Tonspur gibt, aber nicht die Möglichkeit, dem Film im Original mit deutschen Untertiteln zu sehen.