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5.0 von 5 Sternen
Kluge Intimität, 20. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Another Summer - 45 Jahre nach Hiroshima (DVD)
Einen sinnfälligeren und besseren Anti-Hollywood-Film zu diesem besonderen Thema lässt sich nicht denken. Er ist ein kammermusikalischer, leiser, pastellfarbener Film, der zum Schluss den Eindruck hinterlässt, als hätte man einem privaten Ereignis als Zaungast beigewohnt. In seiner Umsetzung bleibt der Film vornehmlich ganz auf den inneren Prozess des 9. August 1945 gerichtet, der in seiner Anschaulichkeit den Rang einer ganz großen Parabel hat.
Bei der japanischen Schwierigkeit, sich der traumatischen Verwirrung angesichts der 1945 ungeheueren Verheerung des Landes und seiner Folgen bis heute bewusst zu sein, verzichtet Kurosawa auf jede Art entgeisternder Einfalt oder Verfälschung, wie sie sooft in Filmen, Dokumentationen oder Büchern anzutreffen ist. Leitende Gedanken und Empfindungen wie auch reflektierende Einschübe werden ganz allein nur auf eine Familie übertragen, die in ihren drei Generationen zusammenkommt. Die Schwierigkeiten, einander wirklich nahe zu kommen und sich in seinen Widersprüchlichkeiten, Gebrochenheiten und auch Verbogenheiten nicht ab- sondern zuzuwenden, ist filmisch sehr gelungen. Deshalb kann der Film nur lyrisch erzählt werden und erinnert an manchen Stellen verborgen an die filigranen psychologischen Schattierungen des Romans "Damals in Nagasaki" von Kazuo Ishiguro. Das bedeutet: der Film braucht Ruhe und die innere Bereitschaft, ihn sehen zu wollen. Der Cineast weiß, was gemeint ist.
Bei allem Ernst und aller Eindringlichkeit ist der Film doch auch heiter und licht, was nicht zuletzt an der gesamten japanischen Schauspielergilde und der fast privaten, unreißerischen Kameraführung liegt. Richard Gere jedoch ist mehr der Kassenmagnet, der Name, welcher den Film attraktiv machen sollte. Dabei ist seine Rolle nur beilläufig und schmal im letzten Drittel. Seinen Part hätte auch ein völlig unbekannter Schauspieler einnehmen können - vorausgesetzt er weiß worauf es bei dieser Rolle und ihm selbst ankommt. Der Film lebt weder von Gere, noch seinem Auftritt auf den gut letzten 100 Metern. Dieser Fakt ist jedoch nicht abwertend gemeint.
Ein anderer Film, ein japanischer Film vor allem, der wirklich gut ist und die Gefahr jeder Kommerzialisierung letztlich klug und gekonnt umgangen hat.
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5.0 von 5 Sternen
Absolut sehenswert für denkende Menschen, 9. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Another Summer - 45 Jahre nach Hiroshima (DVD)
Ein sehr einfühlsamer Film, der die Schrecken des Krieges nicht durch Bilder, sondern durch die Sprachlosigkeit seiner Opfer aufzeigt. Ich fand den Film von der ersten Minute an spannend und mußte oft an meine Großeltern denken, die zwei Weltkriege miterlebt haben. Sie haben auch nicht viel erzählt.
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5.0 von 5 Sternen
Hervorragender Film, 27. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Another Summer - 45 Jahre nach Hiroshima (DVD)
Einer der besten Filme über den zweiten Weltkrieg, der deutlich zeigt, dass die Vergangenheit nicht vergessen werden kann, sie ist nicht einmal vergangen. Deprimierend aber ehrlich ist das Ende, das keine Lösung vorgauckelt.
Erstaunt (und verärgert) bin ich über den deutschen Titel. Dieser Film spielt bewußt in Nagasaki und nicht in Hiroshima. Menschen mit einem Geschichtsbewußtsein einer Teetasse sollten keine Filme betiteln. Ich empfehle daher die japanische Originalversion (zu beziehen über Großbritannien: Rhapsody in August).
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