brian peter george st. john le baptiste de la salle eno wurde 1948 in suffolk geboren und begann sehr früh, elektronische hilfsmittel zur musikerzeugung zu nutzen. genial waren viele seiner ideen, zb über zwei bandgeräte loops zu legen und zu den immer wiederkehrenden tönen immer neu dazuzuspielen.
die meisten werden ihn als klangwolkenerzeuger bei roxy music (die nach seinem abgang meiner ansicht nach einiges an originalität eingebüßt haben) oder auf bowie's "heroes" kennen.
viele kennen auch noch seine ambient-sachen - primär mit robert fripp oder harold budd, durchaus aber auch solo mittels - jawohl! - loops eingespielt, zb. descreet music, music for films, music für airports, on land, ect...
auf die idee musik zu erzeugen, die gar nicht primär zum hören da ist, sondern in erster linie das raumambiente verändern soll - etwa wie färbiges licht, düfte oder bestimmte designs - muss man auch erst einmal kommen.
wenige wissen, dass eno auch "normale" pop-platten gemacht hat, von denen einige stilistisch recht ähnlich sind, dazu gehören "taking tiger mountain", "before and after the science", "here come the warm jets" und diese hier.
wenn jemand das 801-projekt mit simon phillips, phil manzanera, bill mac cormick, francis monkman und lloyd watson kennt (großartig: 801 live), dann kennt dieser jemand auch einge songs aus den hier genannten alben.
an jeder dieser scheiben haftet eine besondere aura und am stärksten ist dies bei dieser hier zu spüren, dabei gehört sie zu den ruhigsten und und unauffälligsten der genannten. beim oberflächlichen hören sind stille, vielleicht sogar ein wenig langweilige lieder zu hören. beachtet aber bitte, dass diese aufnahme im jahr 1975 entstanden ist und mit ihrer seltsamen klangästhetik und instabilen statik im völligen gegensatz zu den meisten produktionen aus dieser zeit stand, ja nachgerade revolutionär war.
so wie eno hier seine sythesizer verwendet, so wurden diese instrumente vorher noch nie eingesetzt und nicht umsonst finden sich namen wie robert fripp, john cale oder phil collins auf der gästeliste, schön auch, wie bereitwillig und sanft sich diese leute hier unterordnen.
ein, leises, stilles, übersehenes album, das aber für jeden, der ohren und die zeit hat zuzuhören, ungeahnte tiefen eröffnen kann. diese kleinode sind in eno's anderer, in seiner grünen welt gewachsen, sind geschöpfe aus pastellfarbigem licht, sie bewegen sich anmutig unter der oberfläche und mitunter ausserhalb der eigenen wahrnehmung.
der hier geforderte gegenwert für dieses - noch dazu remasterte - meisterwerk ist nicht der rede wert und allemal einen versuch wert.
und wer nicht will, der hat schon...