"Jede Generation muss die Geschichte neu schreiben, nicht weil die Vergangenheit sich geändert hätte, selbst wenn diese ständig etwas mehr anwächst, sondern weil sich die Gegenwart verändert" - dies schreibt Peter Burke an anderer Stelle, und man könnte meinen, er hätte sich diese Bemerkung zum Motto für sein neuestes Werk genommen. Denn wahrlich Neues ist in 'Papier und Marktgeschrei' nicht zu entdecken. Es ist eine profunde und detailreiche Darstellung der frühen Neuzeit, doch der eigentliche Clou liegt darin, die wohlbekannte Geschichte in der Sprache und mit den Begriffen der 'Wissens- und Informationsgesellschaft' zu beschreiben. Man könnte auch sagen: er hat das Alte in einer neuen Begriffs-Sauce zubereitet und somit schmackhaft gemacht, doch würde man damit die genuine Leistung des Buchs verkennen: denn es ist nicht nur der aktuelle Begriffsapparat, sondern auch die aktuelle Perspektive, mit der Burke die Vergangenheit neu erschließt - und damit letztlich auch unsere Gegenwart (die kaum noch historisches Bewußtsein zu haben scheint) als historisch Gewordenes verortet.