Zum Inhalt: Ein englischer Lord (Ethan Kilvert) zieht mit seiner Familie in ein irisches Herrenhaus - Ringwood Manor. Doch das "Grundstück", auf dem das Manor erbaut wurde, hütet zwei fürchterliche Geheimnisse: Die Leiche eines ermordeten Mädchens einerseits, und ein dämonisches Wesen der Anderwelt, das in der Tiefe lauert, andererseits.
Kilverts finsterer Gegenspieler Denborough versucht mit allen Mitteln, die Engländer wieder zu vertreiben, weil er fürchtet, jemand könnte die Leiche des Mädchens (und belastende Beweisstücke, die Denborough in ihren Bauch hineingenäht hat) entdecken.
Denn ein rätselhafter Fremder stellt just auf dem Gräberfeld Nachforschungen an ... und Denborough befürchtet, dass die Wahrheit über seinen fingierten Hexenprozess ans Licht kommen könnte.
In einem Rückblick erfährt man nämlich, dass Denborough eine Frau aufgrund ihres Vermögens heiraten will, was diese natürlich ablehnt - woraufhin er sie kurzerhand als "Hexe" denunziert. Die Unschuldige stirbt. Denborough steht nun mehr als die Hälfte ihres Vermögens als Belohnung zu, da er die unter Folter geständige "Hexe" enttarnt hat. Doch er ahnt nicht, dass sie eine Tochter hat, die ihm gefährlich werden kann ...
Kilvert seinerseits hat Siegelringe, Handschuhe, etc., Denboroughs stehlen lassen und erwartet eine Truhe, in der sich gefälschte Briefe mit "Denboroughs" Handschrift und seinem Siegel befinden. Er will eine Intrige gegen den Iren spinnen, um sich gegen dessen Schikanen zur Wehr zu setzen - doch dazu kommt es nicht mehr. Denn plötzlich verbreiten unheimliche Spukerscheinungen im Manor Angst und Schrecken.
Kilvert aber glaubt nicht an die keltischen Sagen über die Anderwelt, ihre Geister oder Dämonen. Für ihn ist der Fall klar: Denborough steckt dahinter, inszeniert den "Spuk" bloß, um sie alle zu verängstigen und zu vertreiben.
Nachdem Kilvert jedoch auf übernatürliche Weise die Wahrheit über Denboroughs Verbrechen erfährt, stellt er ihn, während dieser heimlich versucht die Leiche des Mädchens auszugraben und fortzuschaffen. Doch in der Zwischenzeit wird Kilverts kleine Tochter von dem Geistwesen aus Annwyn in ihr sicheres Verderben gelockt ...
Unglaubwürdig? Es ist eine HORROR-Geschichte! Inkonsequent? Verwirrend? Die Geschichte ist eigentlich gar keine richtige? - Sicher alles andere als das! (Allerdings nur, falls man dazu in der Lage ist, sehr viel verstrickteren und umfangreicheren Storys, wie z.B. "Die Säulen der Erde", zu folgen.)
Zur Umsetzung: Man sitzt einfach sprachlos, gebannt und völlig fasziniert da! Und das von der ersten Minute an. - Die Geschichte beginnt an Bord eines Schiffes, das sich durch einen Sturm kämpft und schon hier wird das hohe sprachliche und erzählerische Niveau etabliert, das durchgehend bis zum Showdown beibehalten wird.
Hier gibt es keine platten, direkten oder abgedroschenen Dialoge! Geistreich und hintergründig werden die Charaktere gezeichnet.
Und wenn dann Kilvert im Moment der Erkenntnis erschaudert: "Wahrheit, du trägst ein schreckliches Gesicht ...", wenn Denborough das Mädchen ermordet, oder Kilvert am Ende mit dem Grauen konfrontiert wird ... das sind Momente, in denen man vor Spannung ganz automatisch die Luft anhält und sich absolut still verhält!
Es gibt drei Rückblicke, die man leicht durch den Hall-Effekt in den Stimmen und das überlaute Ticken einer Standuhr (ZEIT) von der chronologisch erzählten Haupthandlung unterscheiden kann. Ein Stilmittel, das man aus dutzenden Filmen kennt.
Fazit: In welcher der endlosen Trash-Hörspiel-Gruselserien, die den Markt überfluten, bekommt man derart dramatische Höhepunkte und Ausdruckskraft noch geboten? Welche andere kommerzielle Hörspielproduktion hat seit ihrem Erscheinen bis heute derart heftige und kontroverse Reaktionen provoziert? Und - gibt es noch eine andere Hörspielproduktion im kommerziellen Bereich, die so viele selbsternannte Kritiker und Sprachwissenschaftler auf den Plan gerufen hat, die einen pausenlos darüber aufklären wollen, wie ENGLÄNDER im 18. Jahrhundert ein walisisch-gälisches Wort korrekt auszusprechen haben?
(Es ist hochinteressant zu lesen, dass gerade von jenen, die auch noch zugeben der Geschichte geistig nicht folgen zu können, eingefordert wird, ihnen doch bitte "mehr Intelligenz" zuzutrauen! *LACH!*)
Allein dies sollte schon Antwort genug sein.
Kurz: Kaufen Sie "ANNWYN" bedenkenlos und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung, oder lassen Sie es einfach bleiben. (DILLIGAF?)
Wenn Sie sich aber nebenbei die Haare waschen, fönen, telefonieren und den Müll raustragen wollen - hören Sie sich dieses Hörspiel auf gar keinen Fall an! Wenn Sie Horror- und Mystery-Geschichten hassen: Lassen Sie unbedingt die Finger davon! (Hanni & Nanni ist auch was Feines!) Wenn Sie selbsternannter Sprachwissenschaftler sind, hören Sie sich bitte gälische und walisische Hörspiele im Originalton an. (Schon der reine Unterhaltungswert ist viel größer!) Falls Sie selbsternannter Kritiker sind oder noch werden wollen, wenn Sie mal groß sind: Aus dem Namen des Hollywood-Schauspielers "Gabriel Byrne" eine Hörspiel-Serienfigur mit einem "recht ähnlich klingenden" Namen in leicht abgewandelter Schreibweise zu stricken, ist bestimmt eine sehr viel größere künstlerische Leistung, die man adäquat loben und hervorheben sollte, Tatsache. *würg* (Ich bin sehr gespannt, wann die ersten Spin-Offs "Brett Pyds" und "Matt DEMONS" erscheinen werden ... *rofl*)