Endlich! Nach langer Wartezeit und einer kaum zu ertragenden Dürreperiode die Qualität betreffend schenkt MoS Germany Clubbing-Deutschland diesen "Jahresrückblick" und untermauert damit einmal mehr seine Ausnahmestellung auf dem Gebiet von elektronischer Dance-Music.
Da die Qualität der Annual-Reihe von 2001 an im Grunde genommen kontinuierlich abnahm und das Format vom englischen Mutterkonzern zunehmends überstrapaziert und regelrecht "ausgebeutet" wurde (man beachte nur mal 4 Annuals im Jahr 2004 in UK...) und die britische Annual 2005 eigentlich auch auf nichts Gutes schließen ließ, war ich doch zunächst sehr skeptisch und und es kostete mich einige Überwindung, die CD zu kaufen.
Doch spätestens im Laden zauberte dann die Tracklist ein erstes Lächeln auf mein Gesicht, da dieser bereits die Güte der CD erkennen ließ und man davon ausgehen konnte, dass die Titel mit großer Sorgfalt ausgewählt wurden.
Und zu Hause angekommen hielt die CD beim Abspielen dann auch, was man von einer Annual auch erwarten kann - all killer, no filler! Eine rundum gelungene Compilation, die wesentliche tech-housiger rüberkommt als ihre Vorgänger, im Grunde genommen damit aber auch nur die Entwicklung in der deutschen Club- und Dance-Szene reflektiert und repräsentiert. (Nur als Tip am Rande: wem die CD zu elektronisch und in die Richtung von techno gehend ist und wer eher funky und soulig agehauchtes House bevorzugt, dem empfehle ich die 2. Testament of House - Prädikat ebenfalls sehr gelungen!)
Die einzigen Kritikpunkte an dieser CD, wenn man es überhaupt als Kritik bezeichnen kann, ist die Tatsache, dass auf der zweiten disc einige Klassiker leider nur im Remix auftauchen, was zwar bei Alter Ego's "Rocker" sehr fett kommt, Mylo's "Drop the pressure" und auch Deep Dish's "Flashdance" etwas verhunzt, da mir persönlich diese beiden Titel im Original wesentlich besser gefallen!
Und Danzel's "Pump it up" auf CD1 hätte man sich meiner Meinung nach komplett sparen können, weil das Lied schlichtweg Mist ist und eigentlich nur auf Handys von Jamba-Geschädigten als Klingelton auftauchen sollte!
Insgesamt aber ist es erfreulich zu sehen, dass man sich bei MoS Germany eine gewisse Autonomie und Unabhängigkeit von der Londoner Zentrale erhalten bzw erarbeiten konnte, denn genau das scheint im Moment garant dafür zu sein, qualitaiv-hochwertige, für der deutschen Markt konzipierte Prdoukte zu veröffentlichen.
The Annual 2005 - rundum gelungen und meiner Meinung nach die beste Annual seit der legendären 2000er von Judge Jules und Tall Paul; kurzum ein Muss für jeden Freund von kultivierter Dance-Music und die wohl zur Zeit beste Compilation im deutschen Raum!