Eins mal vorweg: Wer mit Mengenangaben nichts am Hut hat, der sollte halt nicht backen. Beim Kochen kann man sich so etwas erlauben, beim Backen eben nicht. Das stammt übrigens nicht nicht von mir, sondern von Jamie Oliver. Wer gerade Kalorien zählt, kann logischer Weise auch keine Kuchen essen (obwohl, mal ein Stück schadet ja auch nicht). Allerdings gibt Annik Wecker im Buch sehr wohl einige Tipps, wie man den Kaloriengehalt ihrer Kreationen herunterfahren kann, wenn man es denn möchte. Soviel zu den negativen Kritiken meiner Vorgänger.
Ich persönlich kann nur sagen: Ich backe eigentlich nicht gerne, aber dieses Buch macht süchtig. Gerade erst sind die letzten Reste der unglaublich guten Brownies verschwunden (in den glücklichen Gesichtern meiner Kollegen, so kann ich meine neue Leidenschaft ausleben, ohne meine Frühjahrsdiät allzu sehr zu sabotieren), da habe ich bereits die Zutaten für den nächsten Kuchen im Kühlschrank. Mal sehen, wie der wird...
Für jeden, der mal etwas anderes sucht als immer nur Dr.Oetker (gute Bücher, kein Zweifel, aber kann das alles sein, was es in Deutschland auf dem Markt gibt?), für den ist dieses göttliche Buch ein Muss. Schon die Lektüre ist ein Genuss, denn die Aufmachung ist wirklich gelungen: Halbleinen-Bindung am Rücken, schönes Papier, tolle Fotos ... Dazu kommt, dass alles gut erläutert wird, es gibt jede Menge Tipps, die auch Backanfängern helfen (denke ich mal, ich war zwar bis jetzt kein Fan, backe aber schon lange).
Allein die Rezept-Namen lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen:
- Rosmarintarte mit Pinienkernen
- Weiße Schokoladentarte mit Blaubeeren
- Käsekuchen mit Pfirsich-Rosmarin-Gelee
- Erdbeertorte mit Basilikum
- Zwetschen-Walnuss-Tarte
... ich kann hier gar nicht alles aufzählen, was ich unbedingt noch backen muss.
Mit Sicherheit ist das keines der üblichen Promi-Machwerke, die uns heute ja leider an jeder Ecke angedreht werden sollen.
Kaufen, verschenken!
Am Ende stellt sich mir nur eine Frage: Warum ist nicht Zwetschen-Saison?
Eine Woche später: Inzwischen habe ich die Weiße Schokoladentarte mit Blaubeeren und die Kirschtarte mit Puddingfüllung gebacken. Beide waren sehr gut, die Blaubeertarte sogar so lecker, dass mir eine Kollegin erklärte, sie würde mich heiraten, wenn ich ein Mann wäre ... Ich musste von beiden Tartes sofort an mehrere Kolleginnen die Rezepte weitergeben. Das Buch ist also wirklich mehr als empfehlenswert!