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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2003
In Thomas Manns "Doktor Faustus" wird die Autorin Annette Kolb in der Gestalt der Jeanette Scheuerl porträtiert: "mit elegantem Schafsgesicht" und insgesamt eher ambivalent. Mann, erfahren wir in Alexander Honolds Kritik der nun erschienenen Biografie von Armin Strohmeyr, hat ihr wohl die vehemente Ablehnung seiner Kriegsbegeisterung im Ersten Weltkrieg nie ganz verziehen. Kolb nämlich war entschiedene Pazifistin, wenn auch aus "katholisch-wertkonservativer Grundhaltung". Diese Mischung, so argumentiert wohl auch die Biografie, verdankt sich der gemischten Herkunft: die Mutter Pianistin und Französin, die nie deutsch lernen wollte, der Vater Landschaftsgärtner im Dienst der Wittelsbacher in München. Literarisch erfolgreich war Kolb erst relativ spät, kurz vor dem ersten Weltkrieg mit dem Roman "Das Exemplar". In ihrem langen Leben erlebte sie noch das Exil erst in Frankreich, dann in New York, und nach ihrer Rückkehr nach Deutschland lebte sie bis ins hohe Alter als "Fremde im eigenen Land". Weitgehend beschränkt sich der Rezensent aufs Referat von Kolbs Leben, die Biografie wird als "sachlich, routiniert disponierend" mehr oder weniger gelobt.
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Pressestimmen
Es ist schön, dass Annette Kolbs Leben durch Armin Strohmeyr eine würdige und seiner Bedeutung angemessene Darstellung erfahren hat. Der 1966 geborene, durch ein treffliches Klaus Mann-Porträt hervorgetretene Biograf hat sich im Münchner Nachlass der Dichterin umgesehen und dort, wie auch aus weiteren Archiven, bislang Unbekanntes zu Tage gefördert.
»Armin Strohmeyer legt eine sorgsam erarbeitete Biografie der allzu vergessenen Dichterin vor. Seine Interpretationen sind zurückhaltend. Das Interesse, ihr Leben nachzuerzählen, steht im Vordergrund. [...] Die Auseinandersetzung mit ihrem Leben und Werk lohnt allemal.«
Buchprofile für die katholische Bücherarbeit
Eine der feinsinnigsten und klügsten Biografien der letzten Jahre. Sie ruft mitreißend eine heute fast vergessene Vordenkerin Europas in Erinnerung und macht Lust auf die Lektüre ihrer Bücher.
Sein Ziel, einen exemplarischen Charakter in einem Jahrhundert der Katastrophen und geistigen Umbrüche darzustellen, hat er erreicht. Annette Kolb ist mit all ihren Ecken und Kanten eine erfreuliche Erscheinung in der neueren deutschen Literatur.
Die Biografie erzählt die Geschichte von Annette Kolb, die exemplarisch ist für ein von Anerkennung und Verfolgung gleichermaßen bestimmtes Schriftstellerdasein in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
»Armin Strohmeyr erzählt die Geschichte der Annette Kolb, die exemplarisch ist für ein von Anerkennung und Verfolgung gleichermaßen bestimmtes Schriftstellerdasein in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Register ihrer Bekannten liest sich wie das ›Who ist Who‹ einer bewegten Zeit und lässt dieses Buch aussehen wie eine gesellschaftshistorische Arbeit mit den Vorzügen der spannenden Lektüre.«
Edition Kulturland
»Franz Blei hat sich von ihren Schriften eine ›Ausgabe in sechs hübschen Bändchen‹ gewünscht. Nach Strohmeyrs Buch wünscht man sich sogar deren sieben.«
NZZ am Sonntag
»Nun ist eine weitere, lesenswerte Biografie über diese ungewöhnliche Frau erschienen, die sich jeder Kategorisierung entzog und deren müncherisch klingendes Motto zeitlebens blieb: ›D Leut ärgern.‹«
Tages-Anzeiger, Zürich
Auch und gerade als Biograph ist Armin Strohmeyr ein sehr einfühlsamer Autor. Dieses Porträt einer Dichterin im Sinne und Geiste Europas wird ohne Zweifel ein Lese-Erlebnis. Mit dem Erfolg dieses Buches kann und wird Armin Strohmeyr erneut seinen literarischen Weg im Sinne und zur Freude seiner Leser engagiert fortsetzen.