Anne hat das schwer erkämpfte Abitur glücklich in der Tasche und will nun die höhere Handelsschule (Buchführung, Fremdsprachen, solche Sachen) besuchen, als Jess und seine Familie berufsbedingt nach Kopenhagen zurückkehren müssen. Das heißt, Anne muß ohne ihre besten Freunde (und Evas warmen Mittagstisch) auskommen. Dazu kommen Wohnungssorgen, Arbeit, um dem Lebensunterhalt zu verdienen und zu alledem die familiären Sorgen ihrer Freundin Britt, bis nach Jess´ musikalischem Durchbruch und der anschließenden Hochzeit auch diese schwierige Zeit gemeistert ist.
Interessant, nach all den Jahren, finde ich vor allem die Einblicke ins soziale Leben (auch wenn sie stark gefiltert sind durch Berte Bratts höhere-Tochter"-Weltsicht und die Absicht, ein Jugendbuch zu schreiben. Was mir nicht gefällt, ist die im zweiten Band gegenüber dem ersten stärker durchscheinende 50er-Jahre-Ideologie - und die Reaktion, mit der Annes Freundin Britt mit immerhin 21 Jahren (das durchschnittliche Heiratsalter im Berte-Bratt-Universum dürfte ungefähr bei 22 liegen, wenn nicht tiefer) auf die Scheidung ihrer Eltern reagiert, ist absolut überzogen.
Trotzdem (auch wenn sich mein Urteil etwas hart anhören mag) gehört dies zu den nach wie vor lesenswerten Berte-Bratt-Büchern