In diesem Band stehen Annes 6 Kinder im Vordergrund - und bis auf die kleine Rilla mit ihrem nervigen Lispeln finde ich sie alle sehr interessant und niedlich.
Das Buch handelt vom Alltag der Kinder und davon, wie sie die Welt sehen - Annes Tochter Diana fällt zweimal auf Mädchen herein, die Luegengeschichten erzählen, und auch Dianas Zwilling Nan (Kurzform von Anne) hat Schwierigkeiten. Zunächst schliesst sie einen Handel mit dem lieben Gott ab - sie ist immer brav und artig und bekommt dafuer, was sie will. Das klappt tatsächlich eine Weile...
Dann trifft Nan ein Mädchen, das ihr einredet, sie sei nach ihrer Geburt vertauscht worden und gehöre eigentlich zu einer anderen Familie - einer schrecklichen Familie, doch Nan beschliesst tapfer, den vermeintlichen Tausch rueckgängig zu machen und dem anderen Mädchen ihren Platz in der Familie Blythe anzubieten...
Was mir auf den Wecker gegangen ist, aber an sich der Geschichte keinen Abbruch tut, ist die grässliche Sitte, verheiratete Frauen als "Mrs Gilbert Blythe" usw. zu bezeichnen. Lieber Himmel, darf eine verheiratete Frau nicht einmal ihren VORNAMEN behalten??? Aber es scheint so ueblich gewesen zu sein in der Zeit, in der die Geschichte spielt.
Also, es ist tatsächlich eine gute Geschichte, trotzdem 1 Stern Abzug, denn auch mir fehlt die "alte" Anne mit ihren Phantasien und Träumen und ihrem Temperament - sie ist, wie hier schon angemerkt wurde, nur noch eine ganz normale, handfeste Hausfrau und Mutter - nichts gegen Hausfrauen und Muetter, aber wer die alte Anne kennt, der wird sie vermissen. Dafuer entdeckt man einiges von ihr in ihren Kindern wieder...