Der Kriminalroman "Annas Erbe" präsentiert eine Geschichte, die nach mehr ausschaut, als sie eigentlich bietet. Ein allzu dichtes Geflecht von Leuten und Ereignissen, die alle miteinander zu tun haben, in allzu zufälliger Beziehung zueinander stehen und sich ständig über den Weg laufen. Das Geflecht wirkt recht konstruiert und gewollt. Mir fiel es manchmal schwer, es zu schlucken. Mein Hauptproblem jedoch war die (aus dieser Konstruiertheit resultierende) Vorhersehbarkeit des Ganzen. Das Geheimnis, das im Zentrum des Interesses steht, ist kein wirkliches. Die Lösung des Falles ist sehr bald ersichtlich. Als Kriminalfall ist "Annas Erbe" schwach, in der Schilderung der Atmosphäre und Zeichnung der Figuren jedoch über weite Strecken gelungen (wenn auch nach Schwarz-Weiß/Gut-Böse-Muster), leider fehlt der Geschichte der Witz und der Schwung.