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Anna nicht vergessen: Lesung ausgewählter Erzählungen
 
 
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Anna nicht vergessen: Lesung ausgewählter Erzählungen [Audiobook] [Audio CD]

Arno Geiger
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Dhv der Hörverlag; Auflage: 1 (August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867171378
  • ISBN-13: 978-3867171373
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 12,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 529.518 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Arno Geiger
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nach vier Romanen legt der Österreicher seinen ersten Band mit Erzählungen vor. Nach dem großen Erfolg von Es geht uns gut sind die Erwartungen an Arno Geiger hoch. Wer nach 250 Seiten eine Bilanz zieht, wird es zwiespältig tun. Die nach thematischen Abschnitten (Tage, Jahre, Leben) gegliederten zwölf Erzählungen offenbaren erhebliche Unterschiede in Sprache, Spannung und Dichte.

Überzeugend ist die "Doppelte Buchführung". Ein Arzt erinnert sich beim Ringen um das Leben eines zwölfjährigen Jungen an seine eigene Kindheit, vor allem an das Verhältnis zum Vater. Das ist gut beobachtet, eloquent geschrieben und mit dem Blick auf den Klinikalltag realistisch, kritisch, ironisch. Eine andere Geschichte, ein anderes Thema: Berichtet wird von einem Mann, der sich und die Frauen um den Verstand bringt. Per Telefon, Handy und E-Mail will er die totale Kontrolle über die Freundinnen, die er vorgibt zu lieben. Und das, da er schlecht schläft, über 24 Stunden und sieben Tage in der Woche. Diese Erzählung mit der schönen Überschrift: "Es rührt sich nichts" endet mit dem Scheitern des Kontrolleurs. Er hat nichts begriffen. Und der Leser ist erschöpft nach dieser Flut an Daten und Zeiten.

Mann und Frau, das alte, ewig neue Thema treibt den Erzähler Geiger an. Auch seine Varianten, warum sie nicht zueinander finden, sind ein Abbild der Wirklichkeit. Zuneigung und Liebe gibt es da, etwas Glück, aber Traurigkeit und Katastrophen sind nie fern. Manches ist gut zu lesen, mit gewissermaßen leichter Hand geschrieben. So testet in der Titel-Erzählung eine junge, attraktive Mutter im Auftrag von Ehefrauen die Treue der Männer, hat aber ihre liebe Not mit sich selbst und der eigenen Tochter. "Anna nicht vergessen", so mahnen daher die Merkzettel am Kühlschrank und im Bad. Zu den überzeugenden Stücken gehört auch der "Abschied aus Berlin". Ein in Beruf und Beziehungen erfolgloser Österreicher verlässt die Hauptstadt. Die letzte Nacht verbringt er allein auf der Gästecouch einer Kellnerin, die ihn aus Mitleid mitgenommen hat. Lukas, so heißt der Held, hat seine große Stunde, als er dem Klempner, der am nächsten Morgen den Abfluss repariert, detailliert berichtet, wie schön und erfüllt die Liebe mit der Frau sei, die noch todmüde im Bett liegt. Lukas erzählt seine Träume und trifft endlich einen Menschen, der ihm zuhört.

Den Leser erwarten aber auch Enttäuschungen. Ohne Ideenreichtum und Leichtigkeit etwa ist der Ferndialog per Tonband einer Frau zu einem abgetauchten Liebhaber, es sind die banalen "Neuigkeiten aus Hokkaido". Auf 16 Seiten wird das Inventarverzeichnis nach einem Hausbrand abgedruckt. Schade, hier hat der erwartungsvolle Leser gerade nach "Es geht uns gut" mehr erwartet. -- Carsten Hansen, Literaturtest -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

kulturnews.de

Für seinen Familienroman "Es geht uns gut" erhielt er 2005 den Deutschen Buchpreis, zwei Jahre nach der Adelung legt der Wiener Arno Geiger jetzt zwölf neue Erzählungen vor. Mit großer Leichtigkeit und leichter Melancholie erzählt er in "Anna nicht vergessen" von Menschen, die sich für ihr Leben einst viel erträumt haben, schon bald aber vom Glauben ans große Glück abgefallen sind. Da ist Ella, die im Auftrag misstrauischer Frauen deren Männer auf Untreue testet und feststellen muss, dass sich die Verbitterung ihrer Kundinnen mehr und mehr auf ihr eigenes Leben überträgt. Der Held aus "Es rührt sich nichts" spürt, dass seine Freundin immer mehr auf Distanz zu ihm geht, und die Erzählung wird zum verzweifelten Protokoll eines Kontrollfreaks. Vor allem aber ist da "Abschied von Berlin", die tieftraurige und schönste Erzählung der Sammlung. Lukas ist mit seinen Plänen in Berlin gescheitert. Die letzte Nacht vor der Rückkehr nach Wien verbringt er auf der Gästecouch einer ihm unbekannten Kellnerin. Weil diese am nächsten Morgen nicht wachzukriegen ist, muss er den bestellten Klempner in die Wohnung lassen. Seine Chance ist gekommen: Er erfindet sein Glück und enthüllt dem Klempner Details über seine Beziehung zu der schlafenden Kellnerin. (cs) kulturnews.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Stotz
Format:Gebundene Ausgabe
In drei mal vier kurzen Geschichten schildert Arno Geiger, einem breiteren Publikum seit "Es geht uns gut" als wortgewandter Schilderer von Emotionen und verfahrenen Situationen bekannt, unterschiedliche Menschen, die an den Erfordernissen des Alltags zu scheitern drohen.

Da ist Ella, die ihre Tochter Anna allein aufzieht und damit an ihre Grenzen zu stossen droht. Da ist der junge Mann, der es nur vor dem Handwerker schafft, sich für einen kurzen Moment als ganzen Kerl darzustellen. Da ist die Familie, die nach einem Wohnungsbrand feststellt, dass von einem sich zu Ende neigenden Leben nur Krempel übriggeblieben ist - und selbst der ist nun nur noch Asche. Und da ist der Mann, der mit seinem Streben nach totaler Kontrolle jede Liebe in seiner Freundin erstickt.
Allen Geschichten, so unterschiedlich si auch sein mögen, gemein aber ist ein Grundton von Lakonie und Traurigkeit, der nur selten einen Hoffnungsschimmer zuläßt.

Dieses Buch ist ein bisschen wie das Leben selbst: Nicht alles ist gelungen, manches belanglos. Aber manches ist einfach wirklich gut.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Wolfgang Stroebl TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Zu all den voranstehenden fundierten und sorgfältig geschriebenen Rezensionen möchte ich noch anfügen, dass meiner Meinung nach das große literarische Talent Arno Geigers in den Erzählungen von "Anna nicht vergessen" noch deutlich besser zum Vorschein kommt als in seinem preisgekrönten Roman "Es geht uns gut".
Dieser Roman litt ja teilweise unter seiner mangelnden dramaturgischen Kohärenz, dieses Problem tritt bei Erzählungen naturgemäß nicht auf. Im Gegenteil: in der kleinen Form offenbaren sich die Vorzüge von Geigers Schreibweise besonders: die genaue, oft auch lakonische Betrachtung, die stets spürbare Trauer und Melancholie über ein Leben, das nicht so läuft, wie man es sich erwartet hat.
Die enorme Bandbreite der Geschichten bringt auch mit sich, dass jede(r) eine andere Lieblingsstory hat. Meine ist "Koffer mit Inhalt", die Geschichte eines alten Mannes, dessen Frau in der gemeinsamen Wohnung langsam dahin stirbt und der dann seinen Alltag neu ordnen muss. Geigers Blick auf das sogenannte "kleine" Leben ist ebenso schmerzhaft wie genial.
Arno Geiger folgt in seinen Geschichten keiner Erzählschablone: jede Geschichte hat ihre eigene Stimmung, ihren eigenen Ton, ihren eigenen Stil. Dass da nicht jedem alles gefällt, liegt in der Natur der Sache - mit den zwei "experimentelleren" Erzählungen konnte ich nichts anfangen.
Alles in allem ein überaus lesenswertes Buch - und eine Bitte an den Autor: auch wenn man mit Romanen möglicherweise mehr verdienen kann, bitte mehr von solch schönen Geschichten wie in "Anna nicht vergessen" !
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kurz und gut 26. Oktober 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Ich schließe mich "freisitzer" an: ein wunderbares Buch, und ein Erzählungsband, der weit über das hinaus geht, was man an Erzählungen aus der Berliner und Leipziger Schule gewohnt ist. Gerade, dass diese Erzählungen nicht in einer amerikanischen Tradition stehen, sondern der europäischen Moderne verpflichtet sind, macht sie mir so sympathisch. Hier gibt es keine Figuren, die in ihrer Stereotypie literarisches Styropor sind, und dazu eine große Formenvielfalt, von der konventionellen Kurzgeschichte über Tonbandbriefe, Tagebuchaufzeichnungen bis hin zum Gedächtnisprotokoll.
Meine Liebelingserzählung ist "Doppelte Buchführung". Die Erzählung schildert die Reanimation eines Kindes auf einer Intensivstation. Während einer der Ärzte damit beschäftigt ist, dem Kind das Leben zu retten, denkt er in Schlaglichtern über seine eigene Kindheit und seine aktuellen Probleme mit seinem Vater nach. Das ist sehr mitreißend geschildert, und zugleich eine hervorragende Erzählung über das Verstreichen von Zeit: Einerseits die vertickenden "objektiven" Minuten, die den Ärzten und dem Kind bleiben, bis das kleine Herz wieder allein zu schlagen beginnt, andererseits, auf der anderen zeitlichen Ebene, das zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft schweifende Denken des Arztes. Dafür einen Zusatzstern.
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