Schon der Vorspann ist anders: Keine geleckten Bilder der Darsteller, sondern Foto Schnappschüsse der Hauptdarsteller. Die sehen echt normal aus! Somit ist "Anna Pihl - Auf Streife in Kopenhagen" keine US-Plastikserie oder Actionnonsens a la "Cobra 11". Die Dänen versuchen das Leben der frisch gebackenen Streifenpolizistin Anna so realistisch wie möglich zu zeigen. Die erste Folge ist hart für Anna: sie sitzt im Stau, ihr Sohn kommt früher aus dem Kindergarten aufs Präsidium und sie muss arbeiten, fast jeder ist dabei noch unfreundlich zu ihr auf der Wache. Doch Anna beißt sich durch! Die Kollegen sind normale Menschen mit Ecken und Kanten, die zusammen halten. Die Fälle sind jede Folge bodenständig und das private Leben der Dame kommt auch nicht zu kurz: Ex-Mann, kleiner Sohn, schwuler Mitbewohner, neue Stadt, Bruder Drogenproblemen und ein Vater der um seine Frau trauert. Anna hat viele Baustellen und schafft es diese mit der Zeit teilweise zu entfernen. Sie lernt schnell und sie hat Herz und Köpfchen, was sie schnell in der Gunst ihrer Vorgesetzten steigen lässt. Doch Anna geht nicht den einfachen Weg und ist mit ihren Entscheidungen und Aussagen auch mal unbequem. Die Darstellerin Charlotte Munck ist hübsch aber nicht zu hübsch, sie zeigt Anna als stinknormale Frau von nebenan mit Fehlern und Ängsten. Jeder Zuschauer kann sich mit irgendeiner Figur identifizieren, dass hier ist keine Frauenserie, auch kein Drama oder gar eine Komödie. "Anna Pihl" ist näher dran an dem Leben hier in Europa, in einem Nachbarland von uns, als es gute US-Serien wie "The Shield" je sein werden! Hier gibt es keinen Zeitlupenaction oder coole Moves. Fernab von Pseudokukrimis gibt es hier eine Serie in 10 Folgen die fesselt.
Leider ohne Extras, dafür im netten Digipack mit Schuber.