Nachdem ich gerade die Ausbildung zur Legasthenietherapeutin mache, beobachte ich den Büchermarkt natürlich ganz genau nach spezieller Fachliteratur zu diesem Thema.
Da weckte 'Anna, Peter und Lund, der Lese-Rechtschreib-Hund' , sofort mein Interesse, denn ein bebildertes Buch für Kinder mit Legasthenie gibt es meines Wissens noch nicht auf dem Markt.
Inhalt:
Anna und Peter, 8 Jahre alt, freuten sich anfangs sehr auf die Schule, bis sie mehr und mehr merken, dass ihnen das Lesen und Schreiben nicht so leicht fällt wie den Klassenkameraden.
Der Frust wird immer größer, doch zum Glück begegnen sie Lund, dem Lese-Rechtschreib-Hund, der sie auf den Weg durch Diagnostik und Therapie begleitet. Durch ihn lernen sie eine Therapeutin kennen, die ihnen hilft und wieder Mut macht.So machen sich die beiden langsam auf den Weg ihre Schwierigkeiten anzugehen.
Illustration/ Aufmachung
Das Büchlein ist im Querformat gehalten ,Din A 5 Format. Mir gefiel die Aufmachung auf Anhieb, da es sich von den klassischen Bilderbüchern unterscheidet ' die Zielgruppe sind ja auch Schulkinder- und dennoch Elemente des Bilderbuches beeinhaltet. Es hat 7 Kapitel und 90 Seiten.
Zusätzlich gibt es noch eine CD-Rom dazu, auf der sich viele Arbeitsblätter und Illustrationen für den Einsatz im Unterricht befinden. So kann das Thema auch in der Schule aufgearbeitet werden und Transparenz geschaffen werden, damit die betroffenen Kinder besser verstanden werden.
Im Informationsteil wird LRS kurz und sehr präzise zusammengefasst, auf mögliche Anzeichen, Diagnostik und Therapie eingegangen. Sicherlich wertvoll für Lehrkräfte um sich knapp und doch umfassend zu informieren oder Teile auch an betroffene Eltern weiterzugeben.
Die Bilder sind ausdrucksstark, farbenfroh und machen Lust auf Lesen. Auf jeweils einer Seite befinden sich nur durchschnittlich 2 Abschnitte mit Text ( ca 2-3 Sätze lang ).So können die Kinder selbst das Buch lesen, oder man liest gemeinsam absatzweise abwechselnd. Da haben die Autorinnen mitgedacht; weitere Mißerfolgserlebnisse durch zuviel Text werden so vermieden.
Fazit:
Mir hat das Büchlein sehr gut gefallen, besonders die feinfühlige Art und Weise , wie die Autorinnen das Thema Legasthenie angehen.
Es wird sehr auf die emotionale und soziale Belastung der Kinder eingegangen- wie ich finde, ein oft vernachlässigtes Thema rund um die Legasthenie.
So erlebt man die erste Freude über die Schule genauso mit, wie die anschließenden Frustrationen, die Wut und die Ohnmacht der Kinder. Es wird beschrieben, wie die Kinder Angst entwickeln wenn sie z.B. vor der Klasse etwas vorlesen sollen und wie sie sich fühlen, wenn es wieder nicht geklappt hat.
Besonders wertvolle Passagen, die man gemeinsam mit betroffenen Kindern lesen kann. Ich kann mir gut vorstellen, dass es den Kindern gut tut, zu hören, dass es anderen auch so geht.
Eine wunderbare Idee ist der phantastische Hund Lund, der die Kinder schließlich begleitet und ihnen einen Weg weist, wie sie mit der Legasthenie umgehen können. Er lockert das Büchlein mit witzigen Ideen auf, gerade dann, wenn es droht, zu 'trocken' zu werden.
Das klare Fazit der Autorinnen, selbst LRS-Therapeutinnen, dass man Lesen nur durch Lesen lernt und Schreiben nur durch Schreiben, kann ich nur unterstreichen. Gerade momentan, da doch auch viele Alternativtherapieformen angepriesen werden, sprechen mir Kathrin Klingebiel und Eva Lunzer aus dem Herzen.
Ich kann das Buch sowohl Lehrkräften in der Schule als auch betroffenen Eltern nur weiterempfehlen.
Sinnvoll ist es sicherlich auch für den Einsatz in der Therapie.